Archive for May 2007

 
 

Luderalarm

Bai Ling ist Schauspielerin. Bis jetzt hat die 36-jährige in über 45 Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt, zum Beispiel in “Star Wars – Episode III”.

Darum wirkt es irgendwie befremdlich, wenn die RedakteurInnen bei “Österreich” in ihrer Berichterstattung aus Cannes, Bai Ling durchwegs als “Festival-Luder” bezeichnen:

bai ling
Ausriss: “Österreich”

Oder auch hier:

bai ling 2
Ausriss: “Österreich”

Vielleicht gibt es ja einen Schwellwert im Kulturresort bei “Österreich”, was die Bezeichnung “SchauspielerIn” verdient oder auch nicht. Ob sie dann vielleicht etwas Ähnliches auch für den Begriff “JournalistIn” haben?

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“Österreich” bestätigt eigene Ente

Heute berichtet “Österreich” in der Eigenlob-Rubrik “Aus der Redaktion” Folgendes:

Am Freitag ließ ÖSTERREICH mit der Enthüllung über das Geheimtreffen der ÖVP-Spitze zum Thema “Mögliche Neuwahl nach einem Eurofighter-Ausstieg” aufhorchen. Die Neuwahl-Debatte beherrschte in der Folge alle Medien.

Und gestern an gleicher Stelle hieß es:

ÖSTERREICH-Story löst Neuwahl-Debatte aus.

Tja, und eigentlich ist keine andere Zeitung mit auf den Zug aufgesprungen. Sogar die Krone übt heute mit einem Kommentar von Cato deutliche Kritik an der Neuwahl-Debatte:

Es tut sich genug in der Welt und bei uns, um zu meinen, dass wir einem Sommer ohne die Sorge entgegensehen sollten, zu wenig Interessantes in den Medien berichten zu können. Aber unter den acht Tageszeitungen, die jetzt in Österreich erscheinen, (…), könnte es natürlich die eine oder andere geben, die nicht mehr so recht weiß, was sie den Lesern erzählen soll.

Eigentlich bliebe jetzt dieser unangenehme Beigeschmack, dass “Österreich” diese Debatte nur erfunden hat, und keine der beiden Parteien ernsthaft über den Ausstieg aus dem Koalitionsvertrag nachgedacht hat, ja wenn genau das nicht Wolfgang Fellner heute selbst bestätigen würde.

Fellner Neuwahl-Debatte
Ausriss: “Österreich”

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“Maddie” ist nicht Natascha

Den Titel der Sonntagsbeilage von “Österreich” ziert heute das Bild von Madeleine, dem entführten Kind eines britischen Ärztepaares. Unter anderem ist auf diesem Titelbild auch Folgendes zu lesen:

Maddie
Ausriss: “Österreich”

Dass der Fall “Maddie” besondere Parallelen zum Fall der Natascha Kampusch aufweist, ist eigentlich eine Neuheit. In beiden Fällen handelt es sich zwar um eine Entführung, mehr Ähnlichkeit ist aber auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Da interessiert dann natürlich, was “Österreich” im Blattinneren dazu zu sagen hat. Allerdings enttäuscht der knapp zwei Seiten lange Bericht und alles, was die RedakteurInnen von “Österreich” zu ihrer These präsentieren können, ist das:

text
Ausriss: “Österreich”

Darum also hier eine kleine Hilfestellung für zukünftige Vergleiche:

  • Madeleine war zum Zeitpunkt ihres Verschwindes drei Jahre alt. Natascha Kampusch zehn.
  • Madeleine verschwand, als sie mit ihren Eltern und Geschwistern in einer Ferienanlage an der Algarve Urlaub machte. Natascha Kampusch wurde in der Nähe ihres Zuhauses entführt.
  • Madeleines Verschwinden löste ein gewaltiges Medienecho aus. Erst Natascha Kampuschs Flucht löste ein vergleichbares Interesse der internationalen Öffentlichkeit aus.

Und von der Besonderheit des Falls Natascha Kampusch, nämlich die sehr lange Zeit zwischen Entführung und Flucht, kann und sollte zu diesem Zeitpunkt natürlich überhaupt nicht die Rede sein.

Klar, “‘Maddie’ ist nicht die englische Natascha” hätte als Schlagzeile natürlich auch nicht besonders viel hergegeben.

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Meinungsänderung – am Rande

Anfang der Woche sah die Berichterstattung über den Eurovision Songcontest noch so aus:

mogelcontest 1

Ausriss: “Österreich”

Nach Meinung des “Österreich”-Redakteurs steckt der Songcontest in einer tiefen Krise, der Grund:

Zu offensichtlich ist es, dass sich sowohl die Balkanstaaten als auch die ehemaligen GUS-Nationen gegenseitig die Punkte zuschanzten.

Ähnlich argumentiert auch Klaus Eberhartinger auf der gleichen Seite in einem Interview:

Das ist halt eine Ostveranstaltung geworden.

Tja, da überrascht die kleine Randnotiz heute in der Life&Style-Beilage von “Österreich” schon ein wenig, auch wenn nicht ganz klar wird, was zu diesem Meinungsumschwung geführt hat.

mogelcontest 2

Ausriss: “Life&Style”

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Spät und ungenau

In der heutigen Ausgabe der “Kronenzeitung” findet sich ein kleiner Artikel über die Steinigung einer 17-jährigen Kurdin im Irak:
Ausriss: “Ehrenmord”

Ausriss: “Kronenzeitung”

Was nicht in dem Artikel steht, ist, dass sich der Vorfall schon – wie von Amnesty International berichtet – um den 7. April herum ereignete. Andere Medien, wie zum Beispiel der Standard, berichteten über den Mord schon am 27. April. Und auch bereits am 29. April veröffentlichte die Internetseite stophonourkillings.com einen Beitrag über einen friedlichen Protestmarsch gegen die barbarische Ermordung der 17-Jährigen. Offensichtlich um einen zusätzlichen Schaueraspekt bemüht, schreibt die “Kronenzeitung auch noch Folgendes:

Die minutenlangen Gräuelszenen wurden im Fernsehen übertragen.

Davon kann natürlich keine Rede sein. Teile des Mordes wurden von beistehenden Mitgliedern des Mobs mit Handykameras aufgenommen und dann über das Internet verteilt. So verwerflich das auch ist, es besteht noch immer ein großer Unterschied zwischen Amateuraufnahmen die ihren Weg ins Netz finden und Aufnahmen, die vom Rundfunk ausgestrahlt werden. Entweder kennen die RedakteurInnen der “Kronenzeitung” diesen Unterschied nicht oder sie sehen ihn als zu vernachlässigen an.

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Wieder Überfall – vor zwei Wochen

In der heutigen Ausgabe der “Kronenzeitung” findet sich eine Meldung über einen Überfall in Wien, begangen an einer 89-jährigen Pensionistin von zwei slowakischen Staatsbürgern. Aufgemacht wird der Artikel so:

Ausriss: “Kronenzeitung”

Dass der Vorfall eigentlich schon am 4. Mai stattgefunden hatte, wird nicht erwähnt.

“Österreich”, ob den zu füllenden Seiten auch nie verlegen darum eine Story zweimal abzudrucken, war sich bei der Handhabung der fehlenden Aktualität nicht wirklich sicher. In einer Meldung im heutigen Hauptteil des Blattes war der Satz zu lesen:

Der Vorfall ereignete sich bereits vor zwei Wochen, [...].

Im Wien-Teil, wo die Story eigentlich ausführlicher stand, war von dieser Einschränkung nichts mehr zu sehen.

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Elsner, der Meister-Trickser Teil II

Nachdem gestern Helmut Elsner zum ersten Mal seit seiner Verhaftung vor dem Banken-Ausschuss befragt wurde, ist Elsner natürlich heute wieder Top-Thema bei “Österreich”.

“Elsners große Show. Er kam, schwieg – und traf die Polizei!”

Ja, und heute nimmt sich Wolfgang Fellner in der Rubrik “Das sagt Österreich” persönlich dem Thema an. Wobei in dieser Rubrik nicht ganz klar ist, wer hier was sagt: Österreich, Wolfgang Fellner oder “Österreich”?

Jedenfalls scheint Fellner auch schon nicht mehr zu wissen, wie Elsner weiter persönlich zu diskreditieren ist, denn die Argumente die er schreibt, kennen wir schon:

“Sechs Monate lang hat der mit allen Wassern gewaschene Bankdirektor die Justiz ausgetrickst.”

Doch trotz der “Österreich”-Berichterstattung der letzten Tage scheint ein kleiner Zweifel an Elsners “eingebildeter” Krankheit geblieben zu sein, denn warum sonst sollte Fellner dem letzten Zitat, wo er Elsner des Tricksens bezichtigt, den Satz nachschicken:

“Ganz legal hat er in drei Monaten U-Haft nur fünf Tage in der Zelle verbracht.”

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Kurz angemerkt

alkohol mit schatten
Ausriss: Kronenzeitung

Wer zu jung ist, bekommt in den Supermärkten bald keinen Alkohol mehr!

Auch auf die Gefahr hin, dass jetzt einige Menschen irritiert sein sollten. Alterskontrollen im Supermärkten sind nicht wirklich neu. Da der Jugendschutz Ländersache ist, gibt es keine einheitliche Regelung und die verschiedenen Altersgrenzen für unterschiedliche Alkoholika machen die Sache nicht gerade unkompliziert. Trotzdem: Nicht erst ab Juni bekommen Jugendliche keinen Alkohol mehr! Neu ab Juni ist hingegen das neue Kassenwarnsystem der Rewe Group. Doch auch hier liegt der Verkauf, wie bisher, im Ermessen der VerkäuferInnen.

Die Aufmachung scheint also ein wenig übertrieben, aber zur kurzen Verwirrung der LeserInnen sollte sie reichen.

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