Archive for June 2007

 
 

Zwischen Kommentar und Bericht

Seit Christian Hauenstein für die KRONENZEITUNG vom EU-Gipfel in Brüssel berichtete, gibt es beim FREIEN WORT, den Briefen an den Herausgeber, eine neue Rubrik: LESERBRIEFE ZUM EU-THEATER.

Beim Verhältnis zwischen der EU und der KRONENZEITUNG überrascht es vielleicht nicht so sehr, dass alle Leserbriefe hart mit der EU ins Gericht gehen. Ein paar Beispiele:

Statt einer Verfassung erhält Europa ein Kolonialstatut. (Dr. Erich S.)

Die Fahrt in den (selbst gewählten) Untergang der EU geht ungebremst weiter … (Helmut M.)

Aber unsere Politiker sind der Meinung, die Österreicher seien zu blöd, darüber zu befinden, das ist gelinde gesagt ungeheuerlich. Das klingt eher nach Diktatur. (Dr. Siegfried P.)

So traurig es klingt, die einzige Alternative ist, auszutreten, egal was es kostet. Es wird mit Sicherheit noch schlimmer und der einzelne Bürger zählt nichts. (Erwin S.)

Die Leserbriefe sind wohl auch eine Reaktion auf die drastische Berichterstattung der KRONE. Christian Hauenstein verwechselt in seinen Berichten zum EU-Gipfel regelmäßig Bericht und Kommentar. Und das, obwohl es in der KRONENZEITUNG genug Möglichkeiten gibt, Kommentare zu schreiben.

Einige Beispiele aus seinem Bericht zum EU-Gipfel vom 24. Juni 2007:

Tatsächlich war es ein bitteres Schauspiel, eine Mogelpackung von vorne bis hinten.

Und das nach 20-stündigem Geschachere, das an Peinlichkeit kaum zu überbieten ist.

Ein Gemurkse von vorne bis hinten also.

Am nächsten Tag legte Hauenstein nach:

Im Chor mit den anderen EU-Granden wollen sie uns – wie berichtet – jetzt auch noch die ungeliebte EU-Verfassung aufzwingen.

Denn an ein Referendum über den soeben in einem beschämenden Mauschel- und Schachermarathon beschlossenen neuen “Grundlagenvertrag” (das Wort “Verfassung” wurde zu Täuschungszwecken vermieden), wird von Österreichs Politikern natürlich nicht gedacht.

Angesichts dieser Berichterstattung überrascht die Deutlichkeit der Leserbriefe nicht. Dabei hätte es mit Sicherheit auch andere Möglichkeiten gegeben kritisch über den EU-Gipfel zu berichten.

[Hervorhebungen von uns]

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Semantik

Paris Hilton ist wieder frei und gab auch gestern dem CNN-Interviewer Larry King ein Interview. ÖSTERREICH freut sich darüber, bringt heute eine Übersetzung des Interviews und schreibt das:

wortlaut.jpg
Ausriss: ÖSTERREICH

Nun ist Sprache ja nicht in Stein gemeißelt. Wortbedeutungen verändern sich im Laufe der Zeit und entgegen der Ansicht einiger Sprachpuristen, ist das auch ganz normal. Wenn es aber nach ÖSTERREICH geht, dann verändert sich die Sprache noch viel schneller. Da bedeutet dann ein Wort wie “Wortlaut”, das gestern noch sowas wie “wortwörtlich” oder “originalgetreu” hieß, heute plötzlich “zusammengefasst” und “gekürzt”.

Ach, und ein kleiner Tipp an den Übersetzer. Diese Passage

HILTON: Well, first, starting off with the DUI, which was a .08, and I will never drink and drive again. It was, you know, one drink, but no one should do it.

übersetzt er nämlich so:

HILTON: Ich hatte 0,08 Promille und ich werde nie wieder Auto fahren, wenn ich getrunken habe. Es war zwar nur ein Drink, aber man sollte das trotzdem nicht tun.

In den USA wird der Wert aber nicht in Promille, sondern in Prozent angegeben. Wäre Hilton wirklich mit 0,08 Promille gestoppt worden, dann wäre sie unter dem strafbaren Wert gewesen und alle Beteiligten hätten sich die ganze Gefängnisgeschichte ersparen können.

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Aufregung bei KRONE und der FPÖ

Heute konnten wir folgende Nachricht in der KRONENZEITUNG lesen:

Moschee

Ausriss: KRONENZEITUNG

Dazu hieß es im Text:

Die Aufregung um Bauten und Erweiterungen von Moscheen in Wiener Bezirken reißt nicht ab. Nun sorgen Pläne für Wirbel, wonach in Ottakring eine Großmoschee errichtet werden soll.

Wer Argumente für oder gegen den Bau einer Großmoschee erwartet, wird leider enttäuscht, denn die KRONE nennt weder einen Grund für die Aufregung, noch werden Fürsprecher oder Gegner befragt. Einzig eine Stimme kommt zu Wort: Christian Hein, FPÖ-Bezirksrat. Der “wettert”, dass ein “Kuppelbau” errichtet werden soll, und wird indirekt zitiert.

Gerade im 16. Bezirk, in dem ganze Grätzel von Zuwanderern bewohnt werden und es dadurch viele Konflikte unter den Bewohnern gibt, ortet die FPÖ dadurch einen Unruheherd.

Wir fassen also zusammen:

Die FPÖ regt sich darüber auf, dass in Ottakring eine Moschee gebaut werden soll.

Tja, und eigentlich wäre das auch die passendere Überschrift gewesen.

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Über Ungeduld und voreilige Schlüsse

Seit einigen Tagen lobt sich ÖSTERREICH, wieder einmal die aktuellste Zeitung Österreichs zu sein. Im Zusammenhang mit der Eurofighter-Diskussion betont ÖSTERREICH exklusiv bereits Tage vor anderen Medien zu berichten.

Wie solche Meldungen zustande kommen, haben wir bereits gesehen. ÖSTERREICH behauptet eine wahrscheinliche Variante und hofft. Sollte die Taktik nicht aufgehen schreibt Wolfgang Fellner einfach ein “redaktionelles Sorry”, findet aber sehr schnell andere Schuldige.

Ein weiteres Beispiel ist die Diskussion um den Fußball-Trainer Bernd Schuster. Er ist im Moment Trainer des Madrider Vorort-Clubs FC Getafe, allerdings schon länger im Gespräch den Italiener Fabio Capello bei Real Madrid abzulösen.

So meldete unter anderem Kicker-Online am 22. März 2007:

Nach einer Meldung der spanischen Sportzeitung “AS” wird Bernd Schuster neuer Trainer beim Rekordmeister Real Madrid. Das Blatt nennt keine Quelle für die Information, will aber in Erfahrung gebracht haben, dass der bisherige Coach Fabio Capello nach Rundenende von seinem Posten zurücktritt und dann noch ein weiteres Jahr bezahlt wird. Schuster ist derzeit noch für Reals Stadtrivalen FC Getafe erfolgreich tätig.

Bernd Schuster als neuen Trainer zu vermuten ist auch insofern nicht aus der Luft gegriffen, da dieser mehrfach Interesse bekundet hat, und so ziemlich jede Zeitung über einen möglichen Wechsel berichtete. So war in der Süddeutschen Zeitung am 20. Juni 2007 zu lesen:

Bernd Schuster wird Trainer bei Real Madrid.

Ebenfalls am 20. Juni 2007 schrieb ÖSTERREICH:

Schuster neuer Trainer bei Real

Laut der spanischen Zeitung AS ist Bernd Schuster (GER) neuer Trainer bei Real Madrid.

ÖSTERREICH schien sich seiner Sache aber ganz sicher, und legte am nächsten Tag nach:

Schuster

Ausriss: ÖSTERREICH

Blöd nur, dass die Sache nicht ganz so einfach ist. Denn erstens haben beide Trainer, sowohl Capello, als auch Schuster, noch gültige Verträge mit ihren Vereinen. Und hinzu kommt, dass Schuster angeblich einen Vorvertrag mit Real Madrid unterzeichnete, was rechtliche Konsequenzen haben könnte.

Noch wurde der Trainerwechsel also von keiner Seite bestätigt. Und so rudert ÖSTERREICH still und leise wieder zurück.

Am 23. Juni 2007 heißt es in einer Meldung:

Das Endspiel findet pikanterweise im Real-Stadion Bernabeau statt, wo Schuster als neuer Coach gehandelt wird.

Und am 25. Juni 2007 schreibt ÖSTERREICH:

Vor allem Trainer Bernd Schuster hätte sich gerne mit einem Titel verabschiedet. Der Deutsche wird wohl zu Real Madrid wechseln.

Warum wählt ÖSTERREICH die Formulierung “wird wohl wechseln”? Es ist doch fix, oder nicht?

Zumindest andere Medien weisen darauf hin, dass es auch andere Kandidaten gibt:

Real-Präsident Ramon Calderon brachte Arsene Wenger, Ronald Koeman und Michael Laudrup als Nachfolger von Fabio Capello ins Gespräch.

Tja, und in einer Kicker-Online Meldung vom 25. Juni 2007 heißt es:

Real zögert in der Trainerfrage

Bernd Schuster wird auf den ersehnten Wechsel zu Real Madrid wohl noch ein wenig warten müssen. Der spanische Meister will sich mit der Entscheidung über den Coach für die kommende Saison Zeit nehmen. Vereinspräsident Ramón Calderón kündigte an, dass die “Königlichen” sich – entgegen der bisherigen Planungen – erst im Juli festlegen wollen.

Wir werden sehen. Fix ist jedenfalls, dass Zurückhaltung nicht unbedingt zu ÖSTERREICHs Stärken zählt.

Update 26. Juni 2007:

Heute können wir in einem Bericht über Real Madrid im Titel lesen: “Weiter Fragezeichen hinter Schuster”. Im Artikel heißt es dazu:

Der blonde Engel Schuster besitzt bei Getafe einen gültigen Vertrag bis 2008. Und der Präsident des Klubs aus der Madrider Vorstadt hat bereits angekündigt, Real klagen zu wollen, wenn Schuster tatsächlich wechselt. Nun kursieren die Namen Arsène Wenger, Brian Laudrup und Ronald Koeman als Capello-Nachfolger.

Dass die Namen schon länger im Gespräch sind, wollen wir nicht weiter kommentieren, aber warum ÖSTERREICH Brain Laudrup nennt, wo in allen anderen Medien von seinem Bruder Michael Laudrup die Rede ist, bleibt uns ein Rätsel. Darüber, dass ÖSTERREICH bereits über Schuster als Trainer von Real Madrid berichtete, erfahren wir nichts.

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Notiz (1)

Georgia, Kleinkind aus Großbritannien, wurde laut einer Meldung in der heutigen Ausgabe von ÖSTERREICH als jüngstes Mitglied in den Mensa-Verein aufgenommen. Dem Mädchen wurde nach einem absolvierten Intelligenztest ein IQ von 152 attestiert, damit qualifizierte sie sich für den Hochbegabtenverein. ÖSTERREICH schreibt dazu:

Nur wer bei einem anerkannten Intelligenztest ein besseres Ergebnis als 150 Punkte erzielt, kann beim Hochbegabtenverein Mensa Mitglied werden.

Naja, so schlimm ist’s nun auch wieder nicht. Denn laut der offiziellen Mensa Deutschland Seite sehen die Richtlinien so aus:

Wer Mitglied bei Mensa werden möchte, muss an einem anerkannten Intelligenztest teilnehmen und dabei ein besseres Ergebnis erzielen, als 98% der Bevölkerung es erreichen würden.

Umgelegt auf gängige IQ-Tests entspricht das sowohl im deutschsprachigen, als auch im englischsprachigen Raum einem Wert von ca. 130 Punkten.

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Falsch abschreiben will gelernt sein

Kate Moss scheint derzeit bei der Redaktion der Life&Style-Beilage von ÖSTERREICH sehr angesagt zu sein. Gestern noch ein Artikel über das neue Tagebuch Pete Dohertys mit Auszügen, inklusive Eintrag von Kate Moss persönlich. Und heute schon ein eigener Artikel über Kate Moss selbst, inklusive Zitate eines Schönheitschirurgen über die körperlichen Fehler des Models.

Basis für die Geschichte ist dieser Artikel einer Kolumnistin der britischen DAILY MAIL. Der Life&Style-Redakteur hat sich sehr großzügig daran bedient und ist auch nicht davor zurückgeschreckt, die Einschätzungen eines Schönheitschirurgen vom Englischen ins Deutsche zu übersetzen. Vorher allerdings schreibt er die Quelle seines Artikels noch der falschen Dame zu:

“Ich war schockiert und dachte, das kann doch nicht dieselbe Frau sein, die zweil Millionen Pfund für die letzte Dior-Kampagne abcashte”, berichtete die ebenfalls anwesende Society-Intima Cindy Jackson.

[Hervorhebung von uns]

Die Dame heißt aber Liz Jones und wird ohnehin im letzten Teil des Life&Style-Artikels zitiert. Naja, es geht halt nichts über eine von mehreren Quellen abgesicherte Story.

Jetzt aber zu den Äußerungen des Schönheitschirurgen Alex Karidis. Die werden im Artikel angesprochen, aber auch schön übersichtlich in kleinen Kästchen präsentiert, natürlich übersetzt:

karidis.jpg
Ausriss: Life&Style

Da spricht der Arzt zum Beispiel über die Cellulitis der Kate Moss:

“Es wundert mich nicht, dass Kate Moss starke Cellulite hat. Sie ist jung und sehr dünn, raucht aber sehr stark und ist auch anderen Suchtgiften nicht abgeneigt. Ihr Körper muss andauernd hohe Dosen an toxischen Giften abbauen. Dabei bleibt das Bindegewebe irgendwann auf der Strecke. Solche Prozesse sind irreversibel und ihre hässlichen Resultate können auf [sic] nicht durch Sport oder OP behoben werden.

[Hervorhebung von uns]

Interessant, denn eigentlich lautet die Meldung des Arztes im Originalwortlaut so:

Cellulite is due to genetics and lifestyle. Someone as lean as Kate can still have cellulite. As Kate is a heavy smoker, her body is constantly absorbing toxins, which may impact on the fluid drainage from the parts of the body affected by cellulite. She is also not renowned for hitting the gym, and a sedentary lifestyle can again lead to the body’s drainage systems becoming sluggish, resulting in a build-up of bad fats in the thighs and the bottom. From a surgical perspective, there isn’t much that can be done to reverse cellulite. I would suggest a course of Endermologie deep tissue massages over an eight-week period, with a top-up session every three weeks after that. This must be combined with lifestyle changes, including cutting out smoking and alcohol, and drinking more water to flush out toxins for the best results.

Irgendwie findet sich da nichts über “andere Suchtgifte”, denen Moss “nicht abgeneigt ist”. Und ja, operativ ist der Prozess der Cellulitebildung nicht rückgängig zu machen, aber der Arzt gibt eine alternative Behandlungsmethode an. Außerdem findet er die Resultate, im Gegensatz zur Übersetzung seiner Meldung, gar nicht “hässlich”.

Auch die restlichen Meldungen des Arztes profitieren von dieser eher freien Art der Übersetzung. Was in der Life&Style-Redaktion keine Seltenheit ist. Denn da gab es ja gestern diese Überschrift:

tagebuchheader.jpg
Ausriss: Life&Style

Klingt schlimm und bezieht sich auf diesen Ausschnitt aus dem Tagebuch:

Kate and I fucking and fighting all the way on the Eurostar until finally blood runs down my palm and up my head, and before I leg it to oblivion leaving her at the station calling me a this, that and the other and a so-and-so (accompanied by hand gestures)…

Übersetzt wird das so:

Kate und ich fickten und rauften während der ganzen Fahrt im Eurostar, bis mir das Blut über Hände und Kopf rann. Ich sagte ihr, sie könne mich mal kreuzweise und ließ sie am Bahnhof stehen.

Im Rahmen der heutigen Geschichte über Kate Moss widmet sich Life&Style dann in einem Kästchen wieder diesem Tagebuch. Dort ist diese Stelle dann so übersetzt:

Kate und ich haben den ganzen Weg zurück im EUrostar-Zug gef****t bis am Ende Blut über Hände und mein Gesicht ran [sic] und bevor ich sie am Bahnsteig ihrem Schicksal überließ.

Und gestern war auch noch eine Übersetzung dieses Auszugs zu lesen:

You have touched my heart and soul, little fucker. I wish you wouldn’t ring my door. Now go. I could kiss you again and float away. You make me high, my sweet. My skin shivers and longs to be held by you.

Die Übersetzung sah so aus:

Du hast mein Herz und meine Seele berührt, du kleiner Ficker. Ich wünschte, du würdest jetzt an meiner Tür läuten, und ich könnte dich wieder küssen und mit dir abdriften. Du machst mich high. Meine Haut zittert und verlangt, von dir gehalten zu werden.

[Hervorhebung von uns]

Und die heutige Übersetzung geht so:

Du hast mein Herz und meine Seele berührt, du kleiner F*****. Ich wünschte du würdest nun nicht an meine Tür läuten. Geh. Ich könnte dich küssen und wieder wegdriften. Du machst mich high, mein Süßer, meine Haut brennt und sehnt sich danach von dir gehalten zu werden.

[Hervorhebung von uns]

Zugegeben, die Prosa von Doherty und Moss ist nicht gerade einfach oder sogar eindeutig zu übersetzen. Wieso es die Life&Style-Redaktion dann allerdings vorzieht, die Auszüge gleich zweimal zu übersetzen, darüber kann nur spekuliert werden.

Vielleicht liegt das ja daran, dass es bei Übersetzungen viel einfacher ist, schnell mal eigene Interpretationen einzubauen.

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Sammelsurium (9)

Schlagzeilen aus der Welt des Boulevard

  • Headline ÖSTERREICH vom 22. Juni 2007

brechender Himmel

  • Aus der KRONENZEITUNG vom 23. Juni über den EU-Gipfel in Brüssel

Zeitreise

Auch wenn es sich bei der Zeitreise, die die KRONENZEITUNG hier mit uns unternimmt, nur um einen Schreibfehler handelt, bedenkt man das besondere Verhältnis der KRONENZEITUNG zur EU, halten wir diese Schlagzeile für erwähnenswert. Vor allem, weil der KRONE-Redakteur auch den Artikel so einleitet:

In Absprache mit Frankreich bot sie Polen eine Aussetzung des künftigen Abstimmungsverfahrens in der EU bis 1914 an.

[Hervorhebung von uns]

  • Headline ÖSTERREICH vom 20. Juni 2007

Afrika

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Was ist Journalismus?

Dass ÖSTERREICH bzw. die Redaktion der Life&Style-Beilage irgendwie keine Lust hat, Dinge zu hinterfragen, bevor sie darüber schreiben, war spätestens nach diesem Beitrag klar.

Darum war es auch nicht verwunderlich, dass zum heutigen Beitrag über das Esoterikbüchlein “The Secret” der Titel gleich mal so aussieht:

thesecret.jpg
Ausriss: Life&Style

Denn was die Life&Style Redaktion für gut befindet, das muss doch allen helfen, oder?

Besonders, wenn es sich um so ein einfaches Rezept wie in “The Secret” handelt: Jeglicher Erfolg, aber auch jegliches Unheil hängt letztlich von der Wunschkraft der betreffenden Person ab. Dass das Buch, das eigentlich aus einem Film entstand, nicht unumstritten ist, vergessen die RedakteurInnen von Life&Style zu erwähnen.

Dabei wäre es doch so leicht gewesen, kritische Artikel zu dem Buch und besonders zu der Rolle, die Oprah Winfrey in der Vermarktung des Buches spielt, zu finden. Allerdings wäre das ja beinahe echter Journalismus, was die RedakteurInnen von Life&Style dann doch lieber ihren KollegInnen vom Auslandsressort überlassen.

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