“Österreich” macht depressiv

Das heutige Titelblatt von “Österreich” wird von folgender Geschichte beherrscht:

elsnermithaftling.jpg
Ausriss: “Österreich”

Im Blattinneren dann die große Story: Angeblich hat der Mithäftling Elsners, ein verurteilter Mörder, darum gebeten nicht mehr in der gleichen Zelle mit Helmut Elsner sitzen zu müssen. “Österreich” hat zweierlei Gründe dafür, einer davon ist Elsners Weigerung sich am täglichen Putzdienst in der Zelle zu beteiligen. Das wird auch von anderen Medien bestätigt.

Der andere Grund, exklusiv bei “Österreich” und auch der ausschlaggebende für die reißerische Schlagzeile auf der Titelseite, sei in der suizidalen Tendenz des Mithäftlings zu finden:

Obwohl zu 15 Jahren Haft verurteilt, versucht W. (wie fast alle Gewaltverbrecher) seine Tat zu verdrängen. Plötzlich wieder in den Schlagzeilen zu stehen, weckte Erinnerungen und die Verzweiflung an sich selbst. Die Folge: Robert H.* bekam jeden Tag raue Mengen Antidepressiva (Praxagen) verordnet, weil Gefahr bestand, dass er Selbsmord begeht.

[*Name von uns geändert]

Interessant nur, dass “Österreich” die einzige Tageszeitung ist, die Vorname, Initiale des Nachnamens, früheren Beschäftigungsort und sogar ein Foto des Mithäftlings veröffentlichte. Dass durch diese ziemlich eindeutige Identifizierung eigentlich nur die Berichterstattung von “Österreich” mit oben genannten “Schlagzeilen” gemeint sein kann, lässt daraus schließen, dass “Österreich”, nicht Elsner, den Mithäftling depressiv gemacht hat.

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