“Integriert” oder integriert?
In der heutigen Ausgabe der KRONE findet sich ein Artikel, der sich mit dem Fall einer von Abschiebung bedrohten armenischen Asylwerberfamilie befasst (geschrieben übrigens vom gleichen Redakteur, der EU-Verordnungen ortet, wo keine sind). Die Überschrift dazu sieht so aus:

Ausriss: KRONENZEITUNG
Die Familie, die vor sechs Jahren einen Asylantrag stellte und im Ort Hohenberg lebt, ist nun von der Abschiebung bedroht. Ihr Asylantrag wurde am 2. Februar abgelehnt. Gegen diese Abschiebung machte sich im Dorf Widerstand breit. Dass die Familie im Ort integriert ist, wird auch im KRONE-Artikel bestätigt:
“Der Mann ist bei uns als Mesner tätig und Mitglied der Feuerwehr”, bestätigt Kommandant Franz Wiesbauer. Die 14-jährige Eveline gilt als Vorzeigeschülerin und steht jeden Sonntag als Ministrantin vor dem Altar.
Wieso dann im Titel mit Anführungszeichen der Eindruck erweckt werden soll, die Armenier seien eigentlich gar nicht integriert, ja sogar nur “zum Schein Vorzeige-Flüchtlinge”, erklärt Journalist Perry dann so:
Denn A.T. [der Vater Anm.] hat einen immerhin vier Punkte umfassenden Strafakt in Niederösterreich.
[Namenskürzung von uns]
Dass die einzige Verurteilung allerdings nur die zu einer Zahlung von 120 Euro war, wird verschwiegen. Und dass eine solche Strafe auch nicht mal im Vorstrafenregister aufscheint, sowieso.
Der eigentliche Stein des Anstoßes kommt aber noch:
Für heftige Kritik sorgt auch der Umstand, dass die Armenier längst kein Paar mehr sind und beide bereits österreichische Lebenspartner haben sollen.
Ja in so einem Fall, wenn AsylwerberInnen sich erdreisten in Österreich nicht mehr zusammenzuleben, da hört’s sich dann natürlich mit der Integration auf.
Popularity: 3% [?]
