Geheim und versteckt
Dass die Redaktion von ÖSTERREICH ihre ganz eigene Semantik hat, ist uns mittlerweile bewusst. Da wundert es uns auch nicht, wenn die heutige Titelseite mit diesem Aufmacher daherkommt:

Ausriss: ÖSTERREICH
Ja, da gibt es doch wirklich eine Liste der Abgeordneten, die einen Zweitjob haben. Und diese Liste kann von allen eingesehen werden, die den Weg zum Portier des Parlaments finden. Im Inneren des Blattes geht es weiter:

Ausriss: ÖSTERREICH
Und im Artikel ist dann das hier zu lesen:
Die Liste liegt unbeachtet beim Parlamentsportier und darf nicht kopiert werden.
Das erklärt dann das Wort “geheim” im Titel, denn die Existenz eines Portiers im Parlament ist ja nur den innersten Kreisen der parlamentarischen Granden bekannt.
Da bedarf es natürlich eines ziemlichen Gewaltaktes, um die Geschichte auch als tauglich für das Titelblatt zu verkaufen. Und darum meldet sich dann sogar Wolfgang Fellner zu Wort, der u.a. im Vergleich zu Deutschland Folgendes meint:
Bei uns steht die Liste nicht im Internet – sondern sie liegt beim Portier (!) des Parlaments auf. Gut versteckt.
Tja, und selbst wenn Wolfgang Fellner es nochmals schreibt, eine Liste, die öffentlich zugänglich ist, ist weder geheim noch versteckt.
Und übrigens, die Liste der deutschen Abgeordneten, die jetzt auch im Internet ersichtlich ist, gibt es in der Form erst seit einigen Tagen. Die Liste der österreichen Abgeordneten hingegen, existiert, wie ÖSTERREICH selbst schreibt, seit 1997.
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