Wenn sich ÖSTERREICH an die Regeln hält
Die Gratiszeitung HEUTE druckte vor ein paar Tagen Fotos vom Besuch Natascha Kampuschs in einer Disco in Wien ab. ÖSTERREICH brachte einen Tag später eine Geschichte über diesen Besuch in der Disco, statt der aktuellen Fotos gab es ein altes Foto Kampuschs bei einer anderen Veranstaltung.
Nun möchte der Anwalt von Kampusch HEUTE verklagen, und diese Tatsache war auch ÖSTERREICH eine Meldung wert. Unter der Überschrift “Natscha-Klage [sic] wegen Disco-Fotos” steht da Folgendes:
In der Wiener Szene-Disco Passage zeigte sich das Entführungsopfer Natascha Kampusch (19) Arm in Arm mit einem feschen jungen Mann – und wurde von Fotograf Andreas Tischler überrascht. Der drückte auf den Auslöser seiner Kamera und bot die Fotos um mehrere tausend Euro an. ÖSTERREICH lehnte ab, weil das Privatleben des leidgeprüften Teenagers geschützt werden soll.
[Hervorhebung von uns]
Äh, ja. Zu diesem Schutz des Privatlebens gehört dann sicherlich auch, die Identität des Begleiters von Kampusch zu verraten, wie es ÖSTERREICH in seinem Artikel vom 17. Juli getan hat. Das passt irgendwie zum letzten Absatz des Artikels:
Untertags holt Natascha die Matura nach. Es scheint, als würde Natascha nach Jahren des Martyriums langsam beginnen, ein ganz normales Teenager-Leben zu führen. Mit allen Höhen und Tiefen.
Ja, wenn die Tiefen eines “normalen Teenager-Lebens” die sind, auf Schritt und Tritt von heuchlerischen Tageszeitungen verfolgt zu werden.
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