Viel Lärm um Nichts
Dass die EU-kritische Linie der KRONE auch manchmal dazu anspornt, ganze EU-Verordnungen zu erfinden, ist nichts Neues. Da mutet die heutige Fehlinformation ja geradezu harmlos an:

Ausriss: KRONENZEITUNG
Im Blattinneren dann die ganze Empörung:
Die EU verkommt immer mehr zum Irrenhaus: Laut einer tatsächlich ernst gemeinten Richtlinie sollen eigene Kontrollore in Zukunft die “Lärmbelastung” in Konzert- und Opernhäusern messen und unterbinden!
Grund für die Aufregung: Die von der EU-Richtlinie festgelegte Obergrenze liegt bei 85 Dezibel, während viele klassische Werke leicht an die 120 Dezibel-Marke herankommen. Schön emotionalisiert wird das ganze auch noch, indem die Wiener Philharmoniker zu Wort kommen und von der “Einschränkung eines Kunstwerks” sprechen.
Abschließend steht dann dort noch das:
Österreichs Bundesregierung hingegen reagiert in ihrer leider üblichen “Nibelungentreue” zur EU. Im zuständigen Ministerium wurde allen Ernstes schon ein Dezibel-Kontrollor bestellt…
Soviel zur Berichterstattung der KRONE, die sich darauf beschränkt über das “Irrenhaus” EU zu schimpfen. Dass es sich bei dieser Richtlinie eigentlich um ArbeitnehmerInnenschutz handelt und es nicht darum geht, Orchester in ihrem Schaffen einzuschränken, verschweigt die KRONE wohlweislich. Dazu aus der heutigen PRESSE:
Die EU hat ein Kommunikationsproblem, das Arbeitsministerium auch. Denn die 85db gelten nicht als absolute Grenze, sondern als Wochendurchschnittshöchstwert; zweitens ändert sich im Wesentlichen gar nichts, wie auch das Ministerium am Montag klarstellte. Das Arbeitnehmerschutzgesetz habe diesen Grenzwert schon bisher gehabt, auch das Grundrecht der „Freiheit der Kunst“ bleibe berücksichtigt. (Ganz zu schweigen davon, dass zum Beispiel die Philharmoniker als privater Verein ohnehin gesetzlichen Sonderstatus haben.)
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