Wer über Leichen geht
Dass ÖSTERREICH sich gerne damit brüstet, die schnellste Zeitung des Landes zu sein, ist nicht neu. Neu ist auch nicht, wie das vonstatten geht. Entweder es wird hoch gepokert (und öfter mal verloren) oder jegliche Skrupel, was Integrität und Taktgefühl angeht, werden über Bord geworfen. Jüngstes Beispiel hierzu: der Unfall einer Passagiermaschine in Thailand. Mit an Bord auch ein Vorarlberger, der den Unfall körperlich beinahe unbeschadet überstand.
Mit welchen Mitteln auch immer, aber die Redaktion hat es für die heutige Augabe geschafft, ein Telefoninterview mit dem Vorarlberger zu drucken. Mit nettem Aufmacher versteht sich:

Ausriss: ÖSTERREICH
Aus der Einleitung:
ÖSTERREICH erreichte den 33-jährigen Vorarlberger am Sonntagnachmittag im Phuket-Hospital. Nach thailändischer Ortszeit war es fast Mitternacht – doch Marcel war hellwach. Traumatisiert von den Ereignissen, fast sprachlos über das unvorstellbare Glück, schilderte er kurz sein Erlebnis, das ihn für den Rest seines Lebens immer in Gedanken begleiten wird: mit einem Passagierflugzeug abgestürzt zu sein und als einer der wenigen überlebt zu haben.
Zum Glück gibt’s die ÖSTERREICH-Redaktion, die mit bekannt einfühlsamen Fragen jede Sprachbarriere löst. Da verwundert es auch nicht, dass die Frage:
Woran erinnern Sie sich? Wie hat die Katastrophe begonnen?
die erste ist, die folgende Frage aber erst die fünfte:
Sie liegen jetzt im Krankenhaus von Phuket. Wie schwer sind Sie verletzt?
So schnell wird man vom Unfallopfer zum unbezahlten ÖSTERREICH-Reporter vor Ort.
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18. September 2007 at 09:36
erstaunlich, dass es davon kein video gibt
http://www.youtube.com/watch?v=UHoAeXumLwg