Archive for October 2007

 
 

Zweiter!

Manchmal ist ÖSTERREICH schnell, manchmal schneller. Meistens jedoch vorschnell. Zumindest ist Giovanni Trapattoni zur Stunde immer noch Trainer bei Red-Bull Salzburg.

Wie sagte der Journalist Guido Tartarotti kürzlich in einem CHiLLi-Interview:

Es stört mich eine Sache so sehr im heimischen Journalismus und zwar ist das dieser wahnsinnige Drang zur Eventisierung, zum sich Aufplustern. Es stört mich, dass wir offensichtlich aus Konkurrenzdruck das Maß verlieren. Wir können keine Nachrichten mehr bringen, sondern müssen schreiben, dass das die heißeste und schärfste News überhaupt jemals ist. Man nannte das ja früher unter Insidern den Fellnerismus und es gibt auch keine Zeitung, die das so ekelerregend dumm macht wie das „Österreich“.

Da wird jeder kleine Scheiß, jeder Kanarienvogelpfurz wird zu einer sensationellen Sache aufgeblasen und natürlich hat man dann alles exklusiv, auch wenn man es gar nicht hat.

Es ist kaum zu glauben, aber manchmal ist ÖSTERREICH tatsächlich nicht am Exklusivsten und Schnellsten. Heute war in einem kleinen Bericht zu lesen:

Mine

Ausriss: ÖSTERREICH

DER STANDARD hingegen konnte exklusiv, und ebenfalls in der heutigen Ausgabe, über die Rettung der bei ÖSTERREICH noch gefangenen Kumpel berichten. Dass es sogar zweihundert Kumpel mehr waren, sei hier nur am Rande erwähnt.

Kumpel

Ausriss: DER STANDARD

[Sämtliche Hervorhebungen von uns]

Update 07. Oktober:

Rekordstart

Ausriss: ÖSTERREICH 

Die Erklärung des Rekords blieb ÖSTERREICH gestern allerdings im Artikel schuldig, und war auch nach einer Recherche nicht herauszufinden.

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Andersrum

Dass die KRONE weiß, wie mit der Bedrohung durch Minderheiten umzugehen ist, wissen wir. Damit wir das auch nie vergessen, versorgt uns die KRONE in regelmäßigen Abständen mit einer Auffrischung ihrer Ansichten. So auch gestern.

Denn wie am 3. Oktober verlautbart, will die SPÖ in Mariahilf unter der Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann, Schwulen, Lesben und Transgenderpersonen eine eigene Themensektion widmen. Dass diese willfährige Verwendung von Steuergeldern bei der KRONE auf Widerstand stößt, ist klar. Nebst einem kleinen Bericht über diesen Vorgang schreibt ein gewisser Peter Strasser auch einen Kommentar zum Thema. Darin ist u.a. das zu lesen:

Ein großes soziales Herz hat Mariahilfs Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann. So gründete sie eine eigene SPÖ-Sektion für Lesben, Schwule und sogenannte “Transgenderpersonen” – was immer dieser ach so fortschrittliche Begriff auch bedeuten mag.

Definition gefällig? Gibt’s hier oder auch hier. Und wenn Strasser das zu anstrengend ist, kann er ja auch einfach ein paar Seiten weiterblättern, schließlich verweigert die KRONE den Fortschritt ja nicht wenn es um einschlägige Anzeigen (und Geld) geht:

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Fehlendes Wissen um die Materie hindert Strasser aber nicht daran, weiter zu schreiben:

Ganz andersrum ist die Situation aber immer dann, wenn es um die berechtigten Anliegen stinknormaler Bürger geht, die ihr Leben lang hart arbeiten, sich nie etwas zuschulden kommen lassen und brav Steuern zahlen – und damit auch die Frau Renate Kaufmann erhalten.

Ganz im Gegensatz zu Lesben, Schwulen und Transgenderpersonen, die ja bekanntermaßen gewöhnlich über seitenlange Vorstrafenregister verfügen, noch keinen Tag in ihrem Leben gearbeitet haben und sich dem Fiskus seit dem Zeitpunkt ihrer Geburt auf listige Art und Weise entziehen. Strasser scheint außerdem zu vergessen, dass alle andere Sektionen der SPÖ für genau jene “stinknormalen Bürger” existieren. Da nutzt es auch nichts, wieder mal auf den “Punk-Terror” in Mariahilf hinzuweisen:

Wenn nämlich, zum Beispiel, Bezirksbewohner bei Informationsveranstaltungen ihrem Ärger über den “Punk-Terror” in der Mariahilfer Straße Luft machen wollen, dann glänzt die Vorsteherin des 6. Bezirks durch Abwesenheit.

Genau wie eben jene Punks beim Lokalaugenschein der Krone.

[Sämtliche Hervorhebungen von uns]

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Schwarz ist Schwarz

Heute reimte Wolf Martin das hier in den Wind:

Was ist nur mit den Schwarzen los? Einst schrieben sie die Werte groß, doch heut sind sie bereits so weit: Sie fordern Ehe nur auf Zeit!

Wolf Martin, der in seinem Gedicht den Verfall der Sitten bei der ÖVP beklagt, bezieht sich auf eine Forderung der Fürther Landrätin Gabriele Pauli. Diese hatte sich vom Kabarettisten Frank-Markus Barwasser inspirieren lassen, und im Zuge ihrer Kandidatur um den CSU-Vorsitz eine auf sieben Jahre beschränkte Ehe gefordert.

Pauli wurde übrigens bei der Wahl um den CSU-Vorsitz mit insgesamt 24 Stimmen (von 959 gültigen Stimmen), das entspricht 2,5 Prozent, abgewatscht. Dabei also von einer Forderung der Schwarzen zu sprechen scheint ein klein wenig übertrieben.

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ÖSTERREICH bleibt schneller

Dass ÖSTERREICH die exklusivste Zeitung des Landes ist, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Auf die Methode des Boulevardblattes haben wir auch schon mehrfach hingewiesen. Und heute ist es mal wieder soweit:

Schneller

Ausriss: ÖSTERREICH

Wir müssen zwar zugeben, dass die Chancen für Giovanni Trapattoni relativ gering sind, weiterhin Trainer bei Red-Bull Salzburg zu bleiben. Doch wie ÖSTERREICH im Artikel selbst bemerkt:

Gelingt gegen AEK Athen im UEFA-Cup-Rückspiel [am Donnerstag, Anm.] kein Wunder, dürfte die Zeit des 68-Jährigen in Österreich zu Ende gehen.

Fassen wir also zusammen: Trapattoni ist noch Trainer bei Salzburg, und es gibt Gerüchte, dass er bald von seinem Trainerposten abgelöst wird.

Und ja, Lewis Hamilton ist so gut wie Weltmeister. Aber halt eben nur so gut wie, denn noch stehen zwei Rennen aus. Das heißt insgesamt sind damit noch zwanzig Punkte zu holen. Hamiltons Vorsprung auf seinenTeamkollegen Fernando Alonso beträgt zwölf Punkte und auf den Ferrari-Piloten Kimi Räikkönen siebzehn Punkte.

Übrigens wird der Vorschlag der ÖVP-Perspektivengruppe zu eingetragenen Lebenspartnerschaften gleichgeschlechtlicher LebenspartnerInnen auch nicht dadurch zur Homo-Ehe, indem man das Wort “Homo-Ehe” mehrfach wiederholt und für alle Überschriften benutzt.

Homo-Ehe

Ausrisse: ÖSTERREICH

[sämtliche Hervorhebungen von uns]

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Herbstliche Irrungen

Nach den sommerlichen Irrungen wird Alfred Strauch auch im Herbst nicht verschont, und in diesem Fall mit Daniela Bardel verwechselt.

Irrungen

Ausriss: LIFE&STYLE

[mit Dank an aristide für den Hinweis]

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Grob fahrlässig!

Manchmal sind Kommentare oder Gedichte in der KRONENZEITUNG oder in ÖSTERREICH witzig, und hin und wieder auch einfach falsch. Und manchmal sogar grob fahrlässig.

Dann nämlich wenn Wolf Martin Folgendes in den Wind reimt:

UNO-Experten sagen jetzt: Die AIDS-Gefahr ist überschätzt. Wer ein normales Leben führt, ist nicht vom Risiko berührt. Selbst Afrika droht kaum Gefahr, denn die Statistik ist nicht wahr.

Nun gut, das sitzt im ersten Moment. Wir haben natürlich versucht herauszufinden, wer die besagten UNO-Experten sind, denn die UNO selbst zählt mit der Organisation UNAIDS zu den engagiertesten Aidsaufklärern. Dass die UNO also derartige Informationen herausgibt, scheint äußerst unwahrscheinlich.

Und selbst nach langer Suche sind wir auf kein Ergebnis gekommen. Außer, dass Wolf Martin sich scheinbar von einer immer größer werdenden Internet-Community beeindrucken lässt, die AIDS für einen großen Schwindel halten. Auf diesen Seiten ist zum Beispiel das zu lesen:

Wie konnten wir uns weismachen lassen, ein einzelner Virus könne eine “allgemeine Immunschwäche” bewirken, die all die verschiedenen 30 Krankheiten auslösen soll (von denen einige unstrittig gar nicht auf “Immunschwäche” beruhen)? Dies grenzt wahrlich an Aberglaube, zumal der HI-Virus mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gar nicht existiert!

Und wie heißt es auf der Seite aids-kritik.de:

Diese Website soll Sie darauf aufmerksam machen, daß die oben beschriebene Problematik real ist, obwohl Sie wahrscheinlich davon bisher noch nichts in den gängigen Medien gehört haben.

Stimmt, zum ersten Mal dank des Gedichtes von Wolf Martin. Daneben gibt es auch eine Gruppe WissenschaftlerInnen, sog. Aids-Dissidenten, die behaupten, die Ursachen von AIDS würden vor allem in der Unterernährung und im Drogenkonsum liegen.

Als Reaktion darauf verfassten WissenschaftlerInnen im Jahr 2000 (!) eine Deklaration, die von mehr als 5000 KollegInnen unterschrieben wurde. In dieser heißt es:

HIV verursacht AIDS. Es ist unglücklich, dass einige wenige weiter die Beweise leugnen. Diese Position wird unzählige Menschenleben kosten.

Grob fahrlässig wird es vor allem dort, wo versucht wird mit derartigen Positionen Lebensweisen zu diskreditieren.

Und so schließt Wolf Martin sein Gedicht:

Ja, sag ich, auf jeden Fall auch jener dekadente Ball, wo AIDS dient den verrückten Kreisen, perverse Lebensart zu preisen.

Und eigentlich hat Wolf Martin auch recht. Wozu am Life-Ball Geld sammeln, wo man doch nur nach Gambia fliegen muss. Dort regiert nämlich Yahya Jammeh, der behauptet AIDS heilen zu können. Kraft dafür gibt Yahya Jammeh allerdings der Islam. Aber er wird sicher auch ChristInnen heilen, so intolerant ist er bestimmt nicht.

[sämtliche Hervorhebungen von uns]

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