Gelangweilte Abgeordnete liefern sich hitzige Debatte

Kaum ein Tag ist vergangen in den letzten Wochen, an dem die KRONE keine EU-Schlagzeile auf die Titelseite setzte. So auch heute:

Debatte, KRONENZEITUNG, 09.11.2007

Ausriss: KRONENZEITUNG

Die gleiche Nachricht sieht bei ÖSTERREICH heute hingegen ganz anders aus:

Debatte, ÖSTERREICH, 09.11.2007

Ausriss: ÖSTERREICH

Im Übrigen schafft es die KRONE heute wieder einmal in so ziemlich allen Kommentaren und Gedichten EU-Kritik unterzubringen.

Herbert Pirker, mit seinen täglichen Gedichten KUAZ UND GUAD, reimt heute über Genmais. Da fällt auf, er hätte die Berichterstattung des eigenen Blattes besser verfolgen sollen. Nachdem er feststellt, dass die EU Österreich Genmais aufzwingt, den “mia ned wolln”, ist er überzeugt davon, dass sich die Konsumenten nur zu wehren brauchen. Denn:

Wer kann uns zwingen? I glaub, mia können des vermeiden: Als Konsument kann ma entscheiden, und de EU kann si verzupfen und mit dem Genmais tempelhupfen.

Das möchten wir bezweifeln. Denn es gibt eine Selbstverpflichtung des Handel, keine gekennzeichneten Gentech-Produkte zu verkaufen. Als Konsument werde ich also gar nicht die Möglichkeit haben Genmais zu kaufen, oder zu meiden. Genmais wird erst gar nicht zu kaufen sein.

Ganz anders beim Futtermittelmarkt, und hier liegt das Hauptproblem der Genmais-Debatte:

Durch die Aufhebung der Importverbote könnten die Gentech-Sorten MON810 und T25 bald im Futtertrog von Schweinen, Kühen oder Hühnern landen. Milch, Eier oder Fleisch von diesen Tieren müssen in der EU nicht gekennzeichnet werden. Konsumenten bietet sich so keine Möglichkeit, diese Produkte gezielt zu vermeiden.

[sämtliche Hervorhebungen von uns]

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