Archive for December 2007

 
 

Weihnachtsferien

Ab 6. Jänner begeben wir uns wieder auf Spurensuche.

Medienschelte wünscht allen LeserInnen ein frohes Weihnachtsfest! Wir bedanken uns bei allen, die uns bisher unterstützt haben und regelmäßig die Seite besuchen.

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“In SO einem Land leben wir”

Die Show ist vorbei, die Satire fand ihr Ende. Der falsche Dichand lud zur Pressekonferenz ins Museumsquartier. Der Guglhupf hat geschmeckt.

Foto: Raimund Appel

Bevor er, wie vom Original angekündigt, ausgeforscht wurde, stellte er sich. Auch wir waren natürlich gespannt. Und sind es weiter, denn Reaktionen von Seiten Hans Dichands stehen noch aus, insbesondere mögliche Klagen. Der Original Dichand wird in der Zwischenzeit vorsichtiger und nimmt sogar Blogbeiträge wieder vom Netz. Ironische, kritische und satirische Kommentare werden hingegen nicht gelöscht.

Fotos: Raimund Appel

Es ging nicht ums Lustig sein, meinte Johannes Grenzfurthner von Monochrom und bezeichnete die Blog-Aktion als Satire. Die österreichische Mediengeschichte sei eine sehr bizarre, vielleicht sogar von Terry Pratchett selbst geschrieben.

Foto: Raimund Appel

Hinter dem doppelten Dichand steckte dann auch kein Promi, sondern der Medienkünstler Philipp Drössler.

In welchem Land leben wir eigentlich, wo es möglich ist, mit einem falschen Dichand Aufsehen zu erregen?

Fragte Grenzfurthner und beantwortet die Frage selbst:

Wir leben in einem Land, indem wir unlängst von Marlene Streeruwitz hören mussten, dass sie das Internet deswegen nicht mag, weil es dort nur eine Meinung gibt. In so einem Land leben wir.

Und in so einem Land bloggen wir.

[Fotos von Raimund Appel]

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Der doppelte Dichand: “Satire kann viel bewegen “

Dichands bloggen. Noch ist der Fälscher nicht enttarnt und bei der KRONENZEITUNG der Ärger groß. Bis Montag wird das wohl auch noch so bleiben, denn erst dann lädt der satirische Doppelgänger zur Pressekonferenz mit Guglhupf.

Um die Wartezeit ein wenig zu verkürzen und die Spannung zu erhöhen, hat der doppelte Dichand die Einladung der Medienschelte angenommen und ein paar Fragen für uns beantwortet.

Die KRONE sucht ihn also noch, wir haben ihn.

In den Worten ÖSTERREICHs: Irre! Das erste exklusive Interview!

Medienschelte: Warum bloggen Sie?

“Hans Dichand”: Darauf kann ich nur sagen: Warum nicht? Wir haben uns das Recht auf freie Meinungsäußerung, auf Satire, auf politischen Kommentar, auf kreativen Umgang mit der Gegenwart teuer und hart erkämpft. Ein Tor, wer es nicht nützt.

Medienschelte: Was sagen Sie zur derzeitigen Verwirrung um den Dichand-Fälscher. Was ist der andere jetzt, ein Co-Dichand, Doppelgänger oder Fälscher??

“Hans Dichand”: Ich möchte das mit den Worten von Herrn Traxler beantworten – Er ist mein “originärer Doppelgänger”. Natürlich will ich ihm weder seinen Namen, noch seine Leistungen im Rahmen der Krone absprechen. Auf eine Art ist er fast ein weit entferntes Vorbild.

Medienschelte: Sie schreiben an den Herrn Traxler (DER STANDARD) vom Blattsalat, dass Sie zwar viel mit Ihrem Doppelgänger teilen, aber doch noch unterschiedliche Gedankengänge und Prioritäten haben. Welche wären das?

“Hans Dichand”: Uns unterscheiden vor allem unsere Ansichten über Europa, Fragen der Wirtschaft und der Migrationspolitik. Mein Co-Dichand nimmt hier erwartungsgemäß konservative Positionen ein, ich sehe das alles etwas liberaler. Auch glaube ich nicht an die massive Bedrohung durch Ost-Banden, oder die Bedrohung unserer Demokratie durch die europäische Union. Ausserdem mag ich Katzen lieber als Hunde.

Medienschelte: In der KRONE wurde angekündigt, dass der Fälscher entlarvt werden soll. Was erwarten Sie von dieser Aktion? Warum, denken Sie, gibt’s überhaupt diesen Aufruhr, wo es doch den Disclaimer gibt?

“Hans Dichand”: Ich denke, hier geht es vor allem um ein Versprechen an seine Leser, und natürlich um eine Klarstellung, wer denn nun wer ist, auch wie das, wie sie richtig fragen, durch den Disclaimer eigentlich klar ist. Ich kann natürlich nicht in den Kopf meines Co-Dichand hineinsehen, aber ich vermute, er wollte auch einfach auf den, wenn sie mir das nicht ganz passende Wort erlauben, “Pflanz” reagieren.

Medienschelte: Wie wichtig ist Satire im Umgang mit Boulevardmedien, insbesondere im Umgang mit der KRONE?

“Hans Dichand”: Satire ist eines der wichtigsten Stilmittel überhaupt. Sie erlaubt den kritischen Umgang mit Zeitgeschehen und sozio-kultur-ökonomischen Themen, ohne dass man in die Barbarei der Beleidigung abrutschen muss. Eine gut geschriebene Satire kann viel bewegen. Mein Co-Dichand legt ja bekannterweise Wert darauf, dass die Krone kein Boulevardmedium ist. Wie dem auch sei: Gerade dem Boulevard, der uns auf seine bekannte Art begegnet, sollte man mit der feinen Klinge des gespitzten Wortes begegnen.

Medienschelte: Cato, der Ältere schaut aus der Seite heraus. Wo sieht er hin? Wo sehen Sie den Blog in einigen Monaten?

“Hans Dichand”: Marcus Porcius Cato der Ältere schied ja schon vor über 2000 Jahren von uns, insofern fürchte ich, seine Aussicht ist unserem Begreifen verschlossen. Mein kleines Blog wird jedenfalls, so es in ein paar Monaten noch existiert, eine Wandlung nehmen – speziell, da ich mich entschlossen habe, kommenden Montag das Rätsel um meine Identität zu lüften. Wenn danach noch ein Interesse an den Worten eines falschen Hans Dichand besteht, wird die Seite natürlich weiterbestehen, und ich habe auch schon ein paar Gedanken dazu, die ich aber aus verständlichen Gründen noch nicht offenlegen will.

Wir bedanken uns für die Beantwortung der Fragen.

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Ohne Worte…

iPhone 05/12/07 Titelseite
…außer vielleicht “Erster”.

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Dichands bloggen!

Wie einige aufmerksame LeserInnen der KRONE vielleicht schon bemerkt haben, hat sich Hans Dichand, Chef eben dieser KRONE, dazu entschlossen, zu bloggen. Die Meldungen unterscheiden sich nicht sonderlich vom “Freien Wort”, der Leserbriefseite der KRONE, und wirken reichlich uninspiriert.

Ungleich inspirierter wirken allerdings die Postings auf einem bzw. zwei anderen Blogs, die der interessanterweise auch von einem Hans Dichand geführt werden wird. Im ersten Eintrag heißt es dort:

Mit großer Sorge musste ich beobachten, dass unlängst ein so genanntes “Blog” gestartet wurde, in dem Behauptungen in meinem Namen ausgesprochen werden. Dem treuen Leser meiner bescheidenen Beiträge ist natürlich sofort klar, dass es sich hierbei um eine Fälschung handelt.

Und wie es sich für eine gute Posse gehört, setzt der echte Togger-Blogger nach:

Kaum habe ich als Blogger begonnen, taucht plötzlich ein Unbekannter auf, der sich auch Hans Dichand nennt und mit einem Foto von mir im Internet erscheint. Ich werde natürlich sofort versuchen, diesen Fälscher zu überführen.

Und da es dem gekrönten Blogger wahrlich ein Anliegen ist, den “Fälscher” zur Strecke zu bringen, ist in der heutigen Printausgabe der KRONE der obige Text gleich nochmals zu lesen:

Dichand, KRONENZEITUNG, 2. Dezember 2007
Ausriss: KRONENZEITUNG

Eigentlich sollte sich Hans Dichand ja geehrt fühlen, denn wie das Beispiel des “Fake Steve Jobs” zeigt, werden Fälscherblogs heute durchaus von hochrangigen Journalisten betrieben.

Wir sind jedenfalls gespannt, wer sich hinter dem falschen Hans Dichand versteckt. Und sollte der oder die BloggerIn Interesse an einem kleinen Plausch (vielleicht sogar mit Gugelhupf) haben, unter dieser Emailadresse sind wir zu erreichen.

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