ÖSTERREICH relativiert sich (oder auch nicht)
Während die ÖSTERREICH-Titelseite kürzlich so aussah,

Ausriss: ÖSTERREICH
relativiert sich ÖSTERREICH nur zwei Seiten weiter selbst:

Ausriss: ÖSTERREICH
Dabei hätte das als Anfang einer Bescheidenheit interpretiert werden können, die ÖSTERREICH heute bei der Analyse ihrer Leserzahlen vielleicht gut getan hätte. Nachdem heute die Media-Analyse das Fellner-Blatt erstmals auswies, ist für ÖSTERREICH klar:
Laut neuer “Media-Analyse” hat ÖSTERREICH dabei auf Anhieb den KURIER überholt und sich auf Rang 2 aller nationalen Tageszeitungen gesetzt.
Bei der Grafik der Printausgabe wurde gleich mal auf die KRONENZEITUNG verzichtet, aber was noch viel entscheidender ist: beim heißen Duell mit dem KURIER hat ÖSTERREICH doch glatt die KLEINE ZEITUNG vergessen. Denn mit 11,7% liegt das Blatt vor ÖSTERREICH mit 9,7%.
Der STANDARD hat übrigens an die KLEINE ZEITUNG gedacht:
Die KLEINE ZEITUNG, längst zweitgrößte Österreichs, kommt auf 11,7 Prozent. Die “Krone” wirkt mit 42,2 Prozent vorerst ziemlich unbeeindruckt.
[Hervorhebungen von uns]
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10. October 2008 at 10:03
Mir fallen auch jedes Jahr fast die Augen raus, wenn die Boulevardblättchen die Mediaanalyse interpretieren. Jetzt im Fall von “Österreich”: Marktführer Krone nicht abbilden, weil dann ersichtlich würde, wie weit man hinten liegt; nicht dazusagen, dass man seine eigene Zeitung großteils verschenkt, während alle anderen Verleger ihre Zeitungen verkaufen müssen; Diagramm nach Lesern pro Woche sortieren (wo man auf Platz 2 ist), statt nach den aussagekräftigeren Lesern pro Ausgabe (wo man nur auf Platz 3 ist); aufschlüsseln nach “nationalen” und “regionalen” Zeitungen, damit man sich nicht eingestehen muss, hinter der Kleinen Zeitung nur Dritter zu sein; Fokus auf kleinste Marktsegmente legen, um möglichst gut dazustehen (WoFe: “Bestes Beispiel ist der Wiener Markt. In Wien hat die Kronen Zeitung bei den jungen Lesern unter 20 Jahren nur mehr 26,3 % Reichweite, Österreich dagegen erreicht auf Anhieb 22,6 %”). Dazu noch der oe24.at-Schmäh (“oe24 ist schon die Nummer 1″ – Wahrheit hier). Und das Schlimmste: Viele lesen das und hinterfragen die Interpretationsweise nicht – obwohl davon auszugehen ist, dass in dieser Zeitung nicht nur bei MA-Daten so vorgegangen wird, sondern bei jeglichem Inhalt. Höchst verwerfliche Manipulation und Propaganda.
10. October 2008 at 11:56
Schade, der Artikel aus dem Standard existiert nicht mehr. Aber gings da vielleicht um den wetter.com Schmäh?