Wenn die KRONE Trends erkennt
Es gibt ja zwei Arten von Journalismus, grob gesagt. Da wäre einerseits der Journalismus, der darauf aus ist, Neues zu vermitteln, allerdings erst nachdem über den Umweg der Recherche relativ fest steht, dass diese Neuigkeiten auch auf Tatsachen, die über Anekdotisches hinausgehen, beruhen.
Daneben gibt es dann Journalismus, der sich hauptsächlich so nennt, weil die Ergebnisse in einem periodisch erscheinenden Druckwerk publiziert werden. Was für Geschichten dieser Art nötig ist, ist in erster Linie eine Anekdote, um die der oder die zuständige JournalistIn dann passende Informationen sucht, die diese Anekdote in einen größeren Zusammenhang stellen sollen.
Die KRONE ist, nicht sonderlich überraschend, eher Anhängerin der letzteren Variante. Damit wären wir auch schon bei der Geschichte die sie heute in ihre Printausgabe gesteckt hat.
Es gibt also einen neuen Trend, “Eyeballing” nennt das die KRONE. Übernommen hat sie diese Geschichte von der britischen DAILY MAIL, die ja, gelinde gesagt, nicht unbedingt als das seriöseste Blatt Großbritanniens gilt.
Die KRONE, immer dankbar für Geschichten über die verderbte Jugend, hat sich auch nicht die Mühe gemacht zu recherchieren, inwieweit dieser Trend wirklich Trend ist, oder ob die ganze Geschichte vielleicht nur auf der Erzählung einer ehemaligen Studentin und einigen selbstgedrehten Videos besteht.
Was den “Alarm” angeht, den heimische Ärzte angeblich schlagen, so hat sich die KRONE allerdings die Mühe gemacht, auf der gleichen Seite ein Mini-Interview mit einem Augenarzt zu drucken. Darin wird, nicht sonderlich überraschend, davor gewarnt, sich hochprozentigen Alkohol in die Augen zu gießen. Von einem Alarm, den heimische Ärzte schlagen, ist das aber meilenweit entfernt.
Das Einzige, das die KRONE mit dieser Aufregergeschichte erreicht hat, ist die Bekanntmachung dieser absurden Technik nun auch in österreichischen Haushalten. Nur für den Fall, dass die heimische Jugend noch nicht weiß, welchen Alarm sie nun schon wieder auszulösen hat.
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23. May 2010 at 12:38
fantastisch.
23. May 2010 at 19:38
hahahaha. herrlich! die daily mail ist ja echt so ein gutes vorbild!
24. May 2010 at 21:20
wunderbar!
Besonders gefällt der geographische übergang vom “jungen Mann aus England” der sein Video dann “z.b. in den USA online” stellt.
25. May 2010 at 00:09
der ganze artikel:
http://twitter.com/porrporr/status/14645082543
interview:
http://twitter.com/porrporr/status/14648454569
25. May 2010 at 09:55
@porrporr: Danke
6. July 2010 at 12:50
Ein gnadenloser Aufreger für das Sommerloch.
21. September 2010 at 20:32
kommt noch was nach diesem artikel?
wäre schade um dieses interessante blog!