Archive for the Category Kronenzeitung

 
 

Die KRONE und die Bildung

LehrerInnen sind faul und geldgierig, das wissen wir ja schon lange. Die KRONE will es uns aber beweisen!

Und darum sollte es auch niemanden verwundern, wenn seit dem Vorschlag der Ministerin, LehrerInnen länger unterrichten zu lassen, die KRONE alles daran setzt, die geneigte Leserschaft davon zu überzeugen, dass das der einzig richtige Weg sei. So wurde zum Beispiel für die gestrige Ausgabe kurzerhand Platz für einen Gastkommentar der Ministerin eingeräumt:

Ausriss: KRONE

Ausriss: KRONE

Dass es sich bei dem Gastkommentar in Wirklichkeit um einen Brief handelt, den Ministerin Schmied an LehrerInnen, Eltern, SchülerInnen und MitarbeiterInnen versandt hat, ist da eher nebensächlich. Der Originalbrief ist übrigens hier als PDF abrufbar.

Wie es sich für eine volksnahe Zeitung natürlich gehört, wurden auch gleich noch Passanten befragt:

Lehrer sollen Vorbild sein und mehr arbeiten

lautet die Überschrift zu dem doppelseitigen Spezialbericht. Dass beinahe alle der Befragten sehr dafür wären, Lehrer mehr unterrichten zu lassen, versteht sich von selbst.

Wenn nun also schon das offizielle Österreich und das Volk zu Wort kommen dürfen, dann darf natürlich der offizielle Briefschreiber der KRONE, Jeannée, nicht fehlen:

Ausriss: KRONE

Ausriss: KRONE

Auch er findet nur salbungsvolle Worte für den Mut der Ministerin, Gegner wie Gewerkschafter werden gewohnt wortgewaltig als “Schaumschläger” abgekanzelt.

Das war gestern. Und da der KRONE offensichtlich eine Menge daran liegt, zu vermitteln, wie fehlgerichtet jegliche Kritik am Vorstoß der Ministerin ist, wird heute nochmals mit schweren Geschützen aufgefahren. Auf Seite 3 findet sich ein Kommentar von Peter Gnam, der, wen wundert’s, kein gutes Haar an den LehrerInnen lässt:

Ausriss: KRONE

Ausriss: KRONE

Zur Untermauerung des Volkswillens prangt daneben natürlich nochmals eine Grafik, die eindeutig zeigt, dass Österreichs Bevölkerung die Nase voll von faulen, arbeitsunwilligen LehrerInnen hat.

Aber um ganz sicher zu gehen, dass selbst leiseste Kritik an der Lehrerkritik verstummen mag, präsentiert die KRONE auf der Titelseite eine erschreckende Zahl:

Ausriss: KRONE

Ausriss: KRONE

Die Zahl entstammt einer AK-Studie aus dem Jahr 2008, die sich eigentlich mit der Teuerung bei Nachhilfeangeboten beschäftigt hat, die nun aber gut in den Kurs der KRONE passt. Besonders weil im Blattinneren dort auch noch Folgendes steht:

Von den insgesamt 140 Millionen Euro, die pro Jahr für Nachhilfe ausgegeben werden, geht ein großer Teil an die Lehrer. Denn 32 Prozent der heimischen Schüler werden von offiziellen Pädagogen betreut.

Also nicht nur faul, auch geldgierig!

Da diese Zahl übrigens nicht in der AK-Studie vorkommt, ist es wahrscheinlich, dass sie dieser OECD Studie aus dem Jahr 2002 entnommen wurde. Dort ist zwar die Rede von Nachhilfe und 32 Prozent, allerdings, wie hier nachzulesen, eingebettet in äußerst interessante Aussagen:

Die Studie zeigt auch, dass die erreichte Leistung nicht unbedingt mit der Anzahl der in der Klasse verbrachten Pflichtstunden übereinstimmt: Bei der PISA-Studie zur Leseleistung am Ende der Schulpflicht erreichte Finnland trotz der geringen Pflichtunterrichtszeit sowohl von Schülern als auch von Lehrern Rang eins.

und

Besonders in den skandinavischen Ländern, die in der PISA-Studie hervorragend abgeschnitten haben, werden [...] für fast alle Schüler individulle Fördermaßnahmen und Nachhilfe durch die Lehrer angeboten – im Durchschnitt der OECD-Länder erhalten demnach 68 Prozent der Schüler Nachhilfe durch Lehrer, in Österreich liege der Anteil nur bei 32 Prozent.

[Alle Hervorhebungen von uns]

Lesekompetenz, also das Verstehen des Gelesenen, scheint tatsächlich zu kurz zu kommen. Allerdings nicht nur bei SchülerInnen, sondern auch bei KRONE-RedakteurInnen.

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Es ist nicht immer alles schlecht – ganz unironisch

Obwohl uns die tägliche Lektüre von KRONE und ÖSTERREICH manchmal an der Menschheit zweifeln lässt, gibt es auch Momente, die uns darin bestätigen, dass nicht alles schlecht sein kann. So wie heute, wo folgender Text die obligate nackte Dame auf Seite 9 begleitet:

Ausriss: KRONE

Ausriss: KRONE

Danke!

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Die KRONE, Tschechien und ein Zitat

Am 22.Jänner kam eine tschechische Staatsbürgerin bei einem Unfall ums Leben, an dem höchstwahrscheinlich das österreichische Bundesheer Mitschuld trägt. Dazu stand letzten Mittwoch dieses Zitat des tschechischen Premiers zum Unfall auf der A22 in der KRONE:

Würde unsere Armee einen Unfall verursachen, bei dem ein österreichischer Staatsbürger umkommt und niemand hilft, gäbe es Hysterie wie bei Temelín. Es gäbe Straßensperren, und Frauen würden für das Geld der Regierung mit Kerzen vor der Botschaft in Wien demonstrieren.

Wie DER STANDARD jedoch gestern berichtete, herrscht Unklarheit darüber, ob diese Äußerung jemals wirklich getätigt wurde. “Politaffäre” oder “frei erfundenes Zitat”, das würde uns auch interessieren.

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Bestandsaufnahme: Satire

Neulich hatten wir eine Unterhaltung mit dem Plappergeier, ÖSTERREICHs “scharfem Schnabel”.

Plappergeier, ÖSTERREICH

Ausriss: ÖSTERREICH, Plapper-Geier

Zugegeben eine recht kurze Unterhaltung. Aber bei der Gelegenheit hat uns der Plappergeier darauf hingewiesen, dass es sich beim “scharfen Schnabel” um keinen Journalismus, sondern um Satire handelt. Interessanterweise lassen sich in fast allen Zeitungen Satire-Rubriken finden, zeichnerisch im Comic-Stil umgesetzt. Einige davon, diese Aufreihung erhebt schließlich nicht den Anspruch der Vollständigkeit, haben wir mal gesammelt.

Am Bekanntesten ist wahrscheinlich der Herr Strudl aus der KRONENZEITUNG.

Herr Strudl, KRONE

Ausriss: KRONE, Herr Strudl

Aber nicht zu vergessen, die regionalen Satire-Geschwister des Herrn Strudl, der oberösterreichische Bruder Knödel-Sepp und der Salzburger Bruder Stierwascher:

Stierwascher, Krone Knödel-Sepp, Krone
Ausrisse: KRONE, Stierwascher & Knödel-Sepp

Frauen sind, wie in Spitzenpositionen üblich, eher spärlich zu finden:

Kleine Zeitung
Ausriss: KLEINE ZEITUNG, Amanda Klachl

Daneben gibt es unter anderem noch:
Waldschratt, Niederösterreichische Bezirksblätter Of´Ntschentsche, Kärntner Tageszeitung
Ausrisse: Bezirksblätter Niederösterreich und Kärntner Tageszeitung

Böse Zungen behaupten, der Plappergeier wäre nur ein billiger Abklatsch vom Österraben. Wir halten uns da aber raus; wollten nur mal über den Tellerrand schauen. Kann ja nie schaden.

Österrabe, Heute
Ausriss: Heute, Österrabe

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Wenn Verbrecher keine Ausländer sind

Üblicherweise beleuchten wir hier keine Leserbriefe, doch heute fiel einer ganz besonders ins Auge. Betitelt ist er mit “Gewalt bei Ausländern…” und enthält folgende Sätze:

Ein 17-jähriger Brasilianer bringt eine 75-jährige Österreicherin um. Weit haben wir es gebracht. In der “Krone” stehen jeden Tag zig Artikel über straffällige Ausländer, und die Bundesregierung schaut tatenlos zu.

Und das ist tatsächlich so. Die KRONE berichtet überdurchschnittlich oft über Straftaten an denen ausländische MitbürgerInnen beteiligt waren. Dass es der Verfasser des Leserbriefes da mit der Angst zu tun bekommt, ist irgendwie verständlich.

Dass die KRONE in ihrer Berichterstattung aber auch äußerst selektiv vorgeht, dürfte an ihm vorübergehen.

Zum Beispiel steht heute in der KRONE ein Bericht über den Polizeichef von Passau, der von einem unbekannten Mann niedergestochen wurde.

Dass der Mann höchstwahrscheinlich aus dem rechtsextremen Umfeld kommt, wurde in beinahe jeder anderen Zeitung des Landes ausführlich besprochen. So schreibt zum Beispiel DIE PRESSE:

Der Chef der Passauer Polizei ist bei einem nutmaßlichen[sic] Neonazi-Attentat schwer verletzt worden. Polizeidirektor Alois Mannichl war am späten Samstagnachmittag vor seinem Wohnhaus in Fürstenzell bei Passau von einem unbekannten, glatzköpfigen Mann niedergestochen worden. Der 52 Jahre alte Beamte war in den vergangenen Monaten mehrfach gegen Rechtsextremisten vorgegangen. Mannichl ist deswegen insbesondere im Internet von den Rechten scharf kritisiert worden. Trotz einer Großfahndung in Niederbayern und Österreich konnte der Täter zunächst nicht gefasst werden.

Der Bericht in der KRONE liest sich hingegen etwas anders. Von einem unbekannten Angreifer ist die Rede, bayrischer Dialekt mit österreichischem Einschlag ist die einzige Beschreibung zur Person. Dass der Angreifer laut Spiegel Online vom Opfer als glatzköpfig beschrieben wurde, und ihm noch zugeraunt haben soll: “Viele Grüße vom nationalen Widerstand. Du linkes Bullenschwein, du trampelst nicht mehr auf den Gräbern unserer Kameraden herum”, darüber wird in der KRONE nicht geschrieben.

Einzig der letzte Satz im Bericht, weist auf die wahrscheinliche Herkunft des Täters hin:

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter aus der rechtsradikalen Szene kommen.

Irgendwie sehr leise, für eine Zeitung die sonst so viel Wert auf Herkunft legt.

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Wasserträger und Wasserreicher

Hätten wir eine Kategorie “Zitat des Monats”, dann wäre dieses Zitat von KRONE-Post-Kolumnisten Michael Jeannée sicher im November ganz vorne:

Ausriss: HORIZONT

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Boulevard und Ausländerfeindlichkeit

“Boulevardmedien sind das Lebenselixier der Populisten. Selbst wenn im Blatt drinnen sachlich berichtet wird, was bleibt, ist die Schlagzeile und das Coverfoto”.

Sagt Werner T. Bauer von der Österreichischen Gesellschaft für Politikberatung und Politikentwicklung (ÖGPP) in einem STANDARD-Beitrag.

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Verwirrspiel

Für Starmaniakandidatin Lia, die in der gestrigen Show ausschied, ist die heutige Meldung in der KRONE vielleicht ein kleiner Trost:

Ausriss: KRONENZEITUNG

Ausriss: KRONENZEITUNG

Schließlich ist Lia nicht 18, sondern schon 32 Jahre alt. Allerdings ist sie auch nicht aus Graz, sondern aus Wien. Aber damit geht’s ihr nicht viel schlechter als Matthias, der Kärntner wurde nämlich auch nach Vorarlberg verfrachtet.

Woher kam jedoch diese Verwirrung? Vielleicht von den ausgeschiedenen KandidatInnen der Vorwoche. Das waren nämlich der 24-jährige Vorarlberger Michael und die 18-jährige Grazerin Lejla.

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