Archive for the Category Österreich

 
 

Ein Quantum voller Fehler

Da sich die “Life&Style”-Beilage von ÖSTERREICH noch nie durch wahnwitzig hohe Qualität ausgezeichnet hat, ist es nicht verwunderlich, dass sich heute darin ein halbgarer Artikel über angebliche Fehler im neuesten James Bond Film findet.

Dort schreibt Thomas Zeidler, ansonsten eher der Mann fürs Grobe in der Musikredaktion, dass Cineasten schon über den Film als ein “Quantum voller Fehler” unkten. Abgesehen von der eher mangelhaften Begabung der angesprochenen Cineasten, was schmissige Verballhornungen von Filmtiteln angeht, stellen sich die von Zeidler beschriebenen Fehler großteils als, nun ja, fehlerhaft heraus.

So mokiert sich Zeidler darüber, dass im Film der Bregenzer Flughafen angeflogen wird, wo der doch gar nicht existiert! Oder dass anstatt tatsächlich in Bolivien und Haiti, nur in Panama gedreht wurde. Allein die Tatsache, dass Daniel Craig in Wirklichkeit nicht James Bond ist, lässt Zeidler großzügig durchgehen.

Ebenso beanstandet er, dass Bond während einer Actionsequenz in Bolivien zu schwitzen anfängt, was angesichts einer Außentemperatur von 8 Grad Celsius ja unmöglich sei. Zu dumm nur, dass dieser angebliche Fehler auf der einschlägigen Website Moviemistakes.com, von der Zeidler seine Informationen wohl auch bezogen hat, schon als korrigiert gilt. Es sind nämlich 18, nicht 8 Grad. Was selbst einem Agenten wie Bond den Schweiß auf die Stirn treiben dürfte.

Übrigens, “Ein Quantum voller Fehler” hält momentan bei 13 bestätigten Fehlern. “Casino Royale”, der Vorgänger, bei 51. Kurzes Gedächtnis haben sie, diese Cineasten.

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Meta: ÖSTERREICH und die Fälschungen

Das mit dem Druck ist eine schlimme Sache. Besonders wenn sich eine Zeitung wie ÖSTERREICH gerne mal auf die Fahnen heftet, das Druckwerk mit den exklusivsten Meldungen zu sein. Da kommt es dann schon mal vor, dass Kreativität im Umgang mit Quellen gefragt ist. So geschehen kürzlich im Zusammenhang mit dem “Skandal” um die Kündigung der Tanzschule Schäfer-Elmayers als betreuendes Institut des Opernballs 2009.

Dienstags wurde das angebliche Kündigungsschreiben in ÖSTERREICH abgedruckt, exklusiv und natürlich “Original”. Dumm nur, dass es mehr originell als Original war, denn authentisch ist das Schreiben nicht, wie der heutige STANDARD berichtet:

Wolfgang Fellner hat sich bei Ioan Holender bereits entschuldigt. Und kommenden Sonntag “werden wir das auch bei unseren Lesern tun”. Schließlich sei es “ganz offensichtlich”, so der Österreich-Chef zum Standard, “dass wir hier einen Fehler gemacht haben.” Nachsatz: “Obwohl das eigentlich eine lässliche Sünde ist. Denn das von uns gedruckte Faksimile ist keine üble Fälschung, sondern ein … (Pause) … äh, wie immer sie es nennen wollen.”

Den ganzen Artikel samt Abbildung von äh-wie-immer-sie-es-nennen-wollen und Original gibt’s hier.

Wir sind jedenfalls auf die sonntägliche Entschuldigung der lässlichen Sünde gespannt.

[Mit Dank auch an Robert für den flinken Hinweis.]

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Boulevard und Ausländerfeindlichkeit

“Boulevardmedien sind das Lebenselixier der Populisten. Selbst wenn im Blatt drinnen sachlich berichtet wird, was bleibt, ist die Schlagzeile und das Coverfoto”.

Sagt Werner T. Bauer von der Österreichischen Gesellschaft für Politikberatung und Politikentwicklung (ÖGPP) in einem STANDARD-Beitrag.

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Der Knalleffekt im Wasserglas

Geschafft. Endlich kann ÖSTERREICH so titeln:

Ausriss: ÖSTERREICH

Ausriss: ÖSTERREICH

Tatsächlich ging jetzt eine Anzeige wegen Mordverdachts im Zusammenhang mit Jörg Haiders Tod ein:

Nächster Knalleffekt um den Unfalltod von Jörg Haider: Gestern gelangte eine anonyme Anzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft ein.

So ein Knaller muss natürlich auf die Titelseite. Auch wenn im selben Artikel vom zuständigen Sprecher der Staatsanwaltschaft relativiert wird:

“Ja, wir bekommen täglich solche Sachverhaltsdarstellungen”, erklärt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, Helmut Jamnig.

So viel also zum Knalleffekt.

Aber auch was die vor einigen Tagen aufgetauchten Polizeifotos vom Unfallort angeht, beweist ÖSTERREICH moralische Flexibilität. Von einem “Eklat um Unfallfotos” wird heute geschrieben, da sie nicht einem offiziellen Polizeibericht entstammen, sondern von einem Polizisten mit einer privaten Kamera aufgenommen und dann an diverse Medien verkauft wurden. Der Polizist sei angeblich schon vom Dienst suspendiert worden, ein Prozess wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses drohe, ebenso ein internes Disziplinarverfahren.

Trotzdem war sich ÖSTERREICH nicht zu schade, den Inhalt der Fotos am gestrigen Titelblatt für eine reißerische Schlagzeile zu verwenden:

Ausriss: ÖSTERREICH

Ausriss: ÖSTERREICH

Und wie auch heute wurden die “aufgetauchten” Polizeifotos natürlich im Blattinneren abgedruckt.

Des einen Leid ist eben noch immer ÖSTERREICHs Freud.

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ÖSTERREICH relativiert sich (oder auch nicht)

Während die ÖSTERREICH-Titelseite kürzlich so aussah,

Ausriss: ÖSTERREICH

relativiert sich ÖSTERREICH nur zwei Seiten weiter selbst:

Ausriss: ÖSTERREICH

Dabei hätte das als Anfang einer Bescheidenheit interpretiert werden können, die ÖSTERREICH heute bei der Analyse ihrer Leserzahlen vielleicht gut getan hätte. Nachdem heute die Media-Analyse das Fellner-Blatt erstmals auswies, ist für ÖSTERREICH klar:

Laut neuer “Media-Analyse” hat ÖSTERREICH dabei auf Anhieb den KURIER überholt und sich auf Rang 2 aller nationalen Tageszeitungen gesetzt.

Bei der Grafik der Printausgabe wurde gleich mal auf die KRONENZEITUNG verzichtet, aber was noch viel entscheidender ist: beim heißen Duell mit dem KURIER hat ÖSTERREICH doch glatt die KLEINE ZEITUNG vergessen. Denn mit 11,7% liegt das Blatt vor ÖSTERREICH mit 9,7%.

Der STANDARD hat übrigens an die KLEINE ZEITUNG gedacht:

Die KLEINE ZEITUNG, längst zweitgrößte Österreichs, kommt auf 11,7 Prozent. Die “Krone” wirkt mit 42,2 Prozent vorerst ziemlich unbeeindruckt.

[Hervorhebungen von uns]

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Unbedenkliche Todesmilch

Nachdem in China durch verseuchte Milch einige Todesfälle und etliche tausend Verletzte zu beklagen waren, hat es der Skandal nun auch bis nach Österreich geschafft. Jedenfalls wenn dem Rauschen des Blätterwalds im Boulevard Glauben zu schenken ist.

ÖSTERREICH wittert schon Todesmilch in Österreich:

Ausriss: ÖSTERREICH

Ausriss: ÖSTERREICH

Grund dafür ist der Fund eines einzigen Milchgetränks in der Vorratskammer eines Chinarestaurants in der Steiermark. Das Getränk wurde untersucht, das Resultat ergab einen Melaminwert von 26mg pro Kilogramm. Allerdings scheinen die zuständigen RedakteurInnen bei ÖSTERREICH ein kleines Problem mit Zahlen und deren Bedeutung zu haben.

Der zum Kurzinterview herangezogene Experte des Gesundheitsministeriums sagt im Interview nämlich Folgendes:

Die EU-Kommission erlaubt nur 25. In China waren die Werte 100-mal höher und lagen bei 3.500 Gramm. Deswegen sind die Kinder schwer erkrankt. Das Produkt, das wir überprüft haben, ist gesundheitlich unbedenklich.

Gut, damit wäre ja mal geklärt, dass es sich bei dem Getränk NICHT um die Todesmilch aus China handelt. Leider hört ÖSTERREICH seinen Experten ungern zu, besonders wenn es bedeuten würde, das Wort “Tod” aus einem Titel streichen zu müssen.

Ob der Experte allerdings wirklich von 3.500 Gramm gesprochen hat, ist zu bezweifeln. Denn bei 3.500 Gramm pro Kilogramm wäre der erhöhte Melaminwert nicht nur offensichtlich, auch allein die Transportkosten der Unternehmen um die zusätzlichen 2,5 Kilogramm reinen Melamins in die Supermärkte zu schaffen, wären horrend. Dass die Zahl auch im eigentlich Artikel nochmals vorkommt, lässt darauf schließen, dass es sich nicht um einen übersehenen Kommafehler handelt.

Aber auch die KRONE scheint ihre liebe Müh mit dem Zahlengewirr zu haben. Denn im Artikel über den Fund des chinesischen Milchgetränks steht, offiziell seien nur 2,5mg erlaubt:

Ausriss: KRONENZEITUNG

Ausriss: KRONENZEITUNG

Praktisch, denn dadurch klingt die vermeintliche Differenz zwischen Grenzwert und gemessenem Wert um Einiges imposanter. Wen würde schon ein Milligramm zu viel hinter dem Ofen hervorlocken? Eben.

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Geheime Polizeiprotokolle

Innenministerin Maria Fekter wurde Mitte August in einem Nobellokal bestohlen. ÖSTERREICH bringt das heute als Thema des Tages, dazu auch ein “geheimes” Polizeiprotokoll:

Ausriss: ÖSTERREICH

Ausriss: ÖSTERREICH

Die Beschriftung des Protokolls:

Den Bericht haben Fekters Beamte nach dem Diebstahl angefertigt. Er wurde ÖSTERREICH gestern zugespielt.

Nun, uns wurde dieser Bericht ebenfalls zugespielt. Und zwar über die gestrige Ausgabe der Kronenzeitung:

Ausriss: KRONE

Ausriss: KRONE

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Die richtige Pflege

Nachdem ÖSTERREICH letzte Woche gegen Krampfadern mobil gemacht hatte, sind in der heutigen Ausgabe – unter dem Titel “Boxenstopp” – hilfreiche Tipps für AutobesitzerInnen dran.

In Artikeln über fachgemäße Lackpflege und billige Tankstellen wird nicht mit Namen und Adressen der jeweiligen Einrichtungen gegeizt. Die Betreiberin einer Waschstraße wird mit wichtigen Hinweisen zitiert und beendet wird der erste Artikel mit folgender Verlautbarung:

Nach dem Urlaub ist also eine gründliche Autowäsche angesagt.

Da visuelle Reize für die geneigten LeserInnen ÖSTERREICHs natürlich nicht ausbleiben sollen, darf jedes der erwähnten Unternehmen auch noch ein Inserat schalten. Das sieht dann so aus:

Ausriss: ÖSTERREICH

Ausriss: ÖSTERREICH

Und da in diesem Fall zwischen redaktionellem Inhalt und Werbung sowieso nicht zu unterscheiden ist, wurde gleich gänzlich darauf verzichtet, die Inserate als Anzeigen zu deklarieren.

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