Es ist nicht immer alles schlecht – ganz unironisch

Obwohl uns die tägliche Lektüre von KRONE und ÖSTERREICH manchmal an der Menschheit zweifeln lässt, gibt es auch Momente, die uns darin bestätigen, dass nicht alles schlecht sein kann. So wie heute, wo folgender Text die obligate nackte Dame auf Seite 9 begleitet:

Ausriss: KRONE

Ausriss: KRONE

Danke!

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Wenn ÖSTERREICH moralisch handelt


Das erste Foto von Elisabeth Fritzl

titelt ÖSTERREICH in der gestrigen Ausgabe. Zu sehen sind zwei Frauen, Gesichter und Haare unkenntlich gemacht, eine der beiden wird als Elisabeth Fritzl, die andere als ihre Tochter Lisa identifiziert. Unter dem Foto steht

ÖSTERREICH macht bei beiden Frauen aus Gründen des Personenschutzes Gesichter und Kleidung unkenntlich.

Nun stellt sich natürlich die Frage, weshalb eine Zeitung ein Foto abdruckt, es aber so verfälscht, dass es im Grunde keinen Nachrichtenwert mehr hat. Die Antwort darauf steht in kleinen Lettern über der Überschrift:

Britische Zeitung bringt:

Die britische SUN hatte nämlich in ihrer Montagausgabe zwei Fotos abgedruckt, auf denen angeblich Elisabeth Fritzl und ihre Tochter – unverfälscht – zu sehen waren.

Wieso sich nun ÖSTERREICH dazu bemüßigt fühlt, diese beiden Fotos auch im Blattinneren abzudrucken, wird im Kommentar “Das sagt Österreich” vom Herausgeber selbst erklärt:

ÖSTERREICH bringt die Fotos aus der “Sun” als Dokument – aber wir tragen dem Wunsch von Elisabeth Fritzl nach Schutz ihrer Privatsphäre Rechnung. Deutlicher als vom Mediengesetz verlangt, das “vollständiges Verscannen des Gesichts” vorschreibt, haben wir die komplette Gesichtspartie und die Haare (können ebenfalls ein Erkennungsmerkmal bilden) komplett aus dem Foto herauskopiert und auch die Kleidung verändert.

Dazu gibt es zwei Dinge zu sagen. Obwohl durch die Anführungszeichen nahegelegt, existiert im Mediengesetz keine Phrase die das “vollständige Verscannen des Gesichts” zum Schutz der Identität vorschreibt. Das Mediengesetz legt einzig in §7a, Absatz 1 fest, dass die Identifizierung nicht möglich sein darf. Daher sind wohl oben beschriebene Anstrengungen, die Frauen wirklich unkenntlich zu machen, einzig zum Schutz ÖSTERREICHs und nicht zum Schutz der Opfer gedacht.

Zweitens behauptet Wolfgang Fellner, die Fotos lediglich “als Dokument” veröffentlicht zu haben. Sollte es dann nicht reichen, die Fotos als Teil des Ausrisses des SUN-Artikels zu zeigen? Ist es da noch nötig die Fotos – wenngleich verfälscht – in größerer Auflösung nochmals abzudrucken?

Was eine weitere Frage aufwirft: Wieso verfügen die Fotos über größere Ausrisse als die im “Sun”-Artikel abgedruckten? Zum Beispiel hier:

Ausriss: ÖSTERREICH, Ausriss des Ausrisses: SUN

Ausriss: ÖSTERREICH, Ausriss des Ausrisses: SUN

Natürlich verfügt ÖSTERREICH ohne Zweifel über außerordentlich talentierte GrafikerInnen, doch dieses Kunststück scheint unmöglich. Zum Glück weist uns der Artikel zu den Fotos auf eine mögliche Quelle dieser wundersamen Bildvermehrung hin:

30 Tage vor dem Sensationsprozess in St.Pölten, bei dem sich Josef Fritzl für sein Jahrhundertverbrechen verantworten muss, will die Sun die Fotos international vermarkten – bietet sie in Skandinavien und Deutschland unverscannt zum Kauf an.

Und wie es scheint auch mit Erfolg in Österreich.

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Wer den Spott hat…

…sorgt selber für den Hohn. Im Falle ÖSTERREICHs zumindest. Nachdem ja ÖSTERREICH im Juli letzten Jahres groß enthüllt hatte, dass Karadzics nicht als serbischer Wunderheiler in Wien gehaust hatte, enthüllte “Datum” in seiner Septemberausgabe die Details zu dieser Enthüllung. Der Bericht liest sich wie ein schlechter Agententhriller, statt der Agenten agieren jedoch ein Informant der sich um sein Geld geprellt sieht, eine deutsche Boulevardzeitung und ein Verleger der die Schuld auf die eben genannten schiebt.

Und was macht ÖSTERREICH heute? Es verklagt den Informanten, er habe den Stillhaltevertrag gebrochen.

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Die KRONE, Tschechien und ein Zitat

Am 22.Jänner kam eine tschechische Staatsbürgerin bei einem Unfall ums Leben, an dem höchstwahrscheinlich das österreichische Bundesheer Mitschuld trägt. Dazu stand letzten Mittwoch dieses Zitat des tschechischen Premiers zum Unfall auf der A22 in der KRONE:

Würde unsere Armee einen Unfall verursachen, bei dem ein österreichischer Staatsbürger umkommt und niemand hilft, gäbe es Hysterie wie bei Temelín. Es gäbe Straßensperren, und Frauen würden für das Geld der Regierung mit Kerzen vor der Botschaft in Wien demonstrieren.

Wie DER STANDARD jedoch gestern berichtete, herrscht Unklarheit darüber, ob diese Äußerung jemals wirklich getätigt wurde. “Politaffäre” oder “frei erfundenes Zitat”, das würde uns auch interessieren.

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Bestandsaufnahme: Satire

Neulich hatten wir eine Unterhaltung mit dem Plappergeier, ÖSTERREICHs “scharfem Schnabel”.

Plappergeier, ÖSTERREICH

Ausriss: ÖSTERREICH, Plapper-Geier

Zugegeben eine recht kurze Unterhaltung. Aber bei der Gelegenheit hat uns der Plappergeier darauf hingewiesen, dass es sich beim “scharfen Schnabel” um keinen Journalismus, sondern um Satire handelt. Interessanterweise lassen sich in fast allen Zeitungen Satire-Rubriken finden, zeichnerisch im Comic-Stil umgesetzt. Einige davon, diese Aufreihung erhebt schließlich nicht den Anspruch der Vollständigkeit, haben wir mal gesammelt.

Am Bekanntesten ist wahrscheinlich der Herr Strudl aus der KRONENZEITUNG.

Herr Strudl, KRONE

Ausriss: KRONE, Herr Strudl

Aber nicht zu vergessen, die regionalen Satire-Geschwister des Herrn Strudl, der oberösterreichische Bruder Knödel-Sepp und der Salzburger Bruder Stierwascher:

Stierwascher, Krone Knödel-Sepp, Krone
Ausrisse: KRONE, Stierwascher & Knödel-Sepp

Frauen sind, wie in Spitzenpositionen üblich, eher spärlich zu finden:

Kleine Zeitung
Ausriss: KLEINE ZEITUNG, Amanda Klachl

Daneben gibt es unter anderem noch:
Waldschratt, Niederösterreichische Bezirksblätter Of´Ntschentsche, Kärntner Tageszeitung
Ausrisse: Bezirksblätter Niederösterreich und Kärntner Tageszeitung

Böse Zungen behaupten, der Plappergeier wäre nur ein billiger Abklatsch vom Österraben. Wir halten uns da aber raus; wollten nur mal über den Tellerrand schauen. Kann ja nie schaden.

Österrabe, Heute
Ausriss: Heute, Österrabe

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Durchs alte Jahr mit BÖSTERREICH

Pünktlich zum Jahreswechsel kommt der FALTER heute mit einem launigen Jahresrückblick als Beilage daher. Und da es nur eine Zeitung gibt, die sich wirklich mit Beilagen auskennt, sieht die auch so aus:

Ausriss: FALTER

Ausriss: FALTER

Gespickt mit bösen Geschichten im Stile ÖSTERREICHs gebricht es der Beilage höchstens daran, dass viele Beiträge in ÖSTERREICH ohnehin schon wirken, als wäre die Redaktion durch die Belegschaft der TITANIC ersetzt worden.

Oder wie Juvenal schon meinte: Difficile est saturam non scribere.

In diesem Sinne, auch von uns ein aufregendes und erfreuliches Jahr 2009!

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Neue Nasen braucht die KRONE

Die KRONE beschäftigt sich ja nicht nur mit kriminellen Ausländern. Auch menschliche Probleme wie angebliche Schönheitsfehler werden über eine Ratgeberkolumne behandelt.

Thomas Knapp vom Blog Feuerhaken hat eine eher fragwürdige Antwort an eine ratsuchende Person gefunden und stellt einige interessante Fragen dazu.

Mit Dank an Hans für den Hinweis!

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Wenn Verbrecher keine Ausländer sind

Üblicherweise beleuchten wir hier keine Leserbriefe, doch heute fiel einer ganz besonders ins Auge. Betitelt ist er mit “Gewalt bei Ausländern…” und enthält folgende Sätze:

Ein 17-jähriger Brasilianer bringt eine 75-jährige Österreicherin um. Weit haben wir es gebracht. In der “Krone” stehen jeden Tag zig Artikel über straffällige Ausländer, und die Bundesregierung schaut tatenlos zu.

Und das ist tatsächlich so. Die KRONE berichtet überdurchschnittlich oft über Straftaten an denen ausländische MitbürgerInnen beteiligt waren. Dass es der Verfasser des Leserbriefes da mit der Angst zu tun bekommt, ist irgendwie verständlich.

Dass die KRONE in ihrer Berichterstattung aber auch äußerst selektiv vorgeht, dürfte an ihm vorübergehen.

Zum Beispiel steht heute in der KRONE ein Bericht über den Polizeichef von Passau, der von einem unbekannten Mann niedergestochen wurde.

Dass der Mann höchstwahrscheinlich aus dem rechtsextremen Umfeld kommt, wurde in beinahe jeder anderen Zeitung des Landes ausführlich besprochen. So schreibt zum Beispiel DIE PRESSE:

Der Chef der Passauer Polizei ist bei einem nutmaßlichen[sic] Neonazi-Attentat schwer verletzt worden. Polizeidirektor Alois Mannichl war am späten Samstagnachmittag vor seinem Wohnhaus in Fürstenzell bei Passau von einem unbekannten, glatzköpfigen Mann niedergestochen worden. Der 52 Jahre alte Beamte war in den vergangenen Monaten mehrfach gegen Rechtsextremisten vorgegangen. Mannichl ist deswegen insbesondere im Internet von den Rechten scharf kritisiert worden. Trotz einer Großfahndung in Niederbayern und Österreich konnte der Täter zunächst nicht gefasst werden.

Der Bericht in der KRONE liest sich hingegen etwas anders. Von einem unbekannten Angreifer ist die Rede, bayrischer Dialekt mit österreichischem Einschlag ist die einzige Beschreibung zur Person. Dass der Angreifer laut Spiegel Online vom Opfer als glatzköpfig beschrieben wurde, und ihm noch zugeraunt haben soll: “Viele Grüße vom nationalen Widerstand. Du linkes Bullenschwein, du trampelst nicht mehr auf den Gräbern unserer Kameraden herum”, darüber wird in der KRONE nicht geschrieben.

Einzig der letzte Satz im Bericht, weist auf die wahrscheinliche Herkunft des Täters hin:

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter aus der rechtsradikalen Szene kommen.

Irgendwie sehr leise, für eine Zeitung die sonst so viel Wert auf Herkunft legt.

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