Die KRONE, Tschechien und ein Zitat

Am 22.Jänner kam eine tschechische Staatsbürgerin bei einem Unfall ums Leben, an dem höchstwahrscheinlich das österreichische Bundesheer Mitschuld trägt. Dazu stand letzten Mittwoch dieses Zitat des tschechischen Premiers zum Unfall auf der A22 in der KRONE:

Würde unsere Armee einen Unfall verursachen, bei dem ein österreichischer Staatsbürger umkommt und niemand hilft, gäbe es Hysterie wie bei Temelín. Es gäbe Straßensperren, und Frauen würden für das Geld der Regierung mit Kerzen vor der Botschaft in Wien demonstrieren.

Wie DER STANDARD jedoch gestern berichtete, herrscht Unklarheit darüber, ob diese Äußerung jemals wirklich getätigt wurde. “Politaffäre” oder “frei erfundenes Zitat”, das würde uns auch interessieren.

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Meta: ÖSTERREICH und die Fälschungen

Das mit dem Druck ist eine schlimme Sache. Besonders wenn sich eine Zeitung wie ÖSTERREICH gerne mal auf die Fahnen heftet, das Druckwerk mit den exklusivsten Meldungen zu sein. Da kommt es dann schon mal vor, dass Kreativität im Umgang mit Quellen gefragt ist. So geschehen kürzlich im Zusammenhang mit dem “Skandal” um die Kündigung der Tanzschule Schäfer-Elmayers als betreuendes Institut des Opernballs 2009.

Dienstags wurde das angebliche Kündigungsschreiben in ÖSTERREICH abgedruckt, exklusiv und natürlich “Original”. Dumm nur, dass es mehr originell als Original war, denn authentisch ist das Schreiben nicht, wie der heutige STANDARD berichtet:

Wolfgang Fellner hat sich bei Ioan Holender bereits entschuldigt. Und kommenden Sonntag “werden wir das auch bei unseren Lesern tun”. Schließlich sei es “ganz offensichtlich”, so der Österreich-Chef zum Standard, “dass wir hier einen Fehler gemacht haben.” Nachsatz: “Obwohl das eigentlich eine lässliche Sünde ist. Denn das von uns gedruckte Faksimile ist keine üble Fälschung, sondern ein … (Pause) … äh, wie immer sie es nennen wollen.”

Den ganzen Artikel samt Abbildung von äh-wie-immer-sie-es-nennen-wollen und Original gibt’s hier.

Wir sind jedenfalls auf die sonntägliche Entschuldigung der lässlichen Sünde gespannt.

[Mit Dank auch an Robert für den flinken Hinweis.]

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