Boulevardesker Massen-Test
Die KRONE wusste in der heutigen Ausgabe nicht so recht, was sie über den Giftmischer von Spitz berichten sollte. Da keine neuen Erkenntnisse vorlagen, gab es eine Seite mit Lokalaugenschein: „Man kann hier keinem mehr vertrauen“. Aber kein Wort über den Massen-DNA-Test, der gestern noch das Titelblatt zierte.

Ausriss: KRONENZEITUNG
Ähnlich sah das gestern ÖSTERREICH.

Ausriss: ÖSTERREICH
Und heute in ÖSTERREICH? Kein Wort über einen möglichen DNA-Test. Das auffälligste an der ÖSTERREICHischen Berichterstattung: Der Akzent auf Chéri ist mittlerweile kein Problem mehr.

Ausriss: ÖSTERREICH
Dabei war gestern bereits klar, dass es keine Massen-DNA-Tests geben wird. Der STANDARD berichtete dies nach einem Gespräch mit Ernst Schuch, dem leitenden Ermittler vom niederösterreichischen Landeskriminalamt:
Für keine gute Idee hält Schuch den kolportierten Plan, den Giftattentäter durch Massen-DNA-Tests zu fassen. „Eine solche Maßnahme würde einen tiefen Eingriff in die Rechte vieler unbeteiligter Menschen darstellen. Er darf nur allerletztes Mittel sein. Man kann nicht die Wachau absperren und allen Männern Speichelproben abverlangen.“
Gestern noch auf beiden Titelblättern und heute schweigt der Boulevard zum Thema DNA-Test? Nicht so der STANDARD, wo wir erfahren, dass nicht nur die Ermittler Massen-DNA-Tests ablehnen, sondern auch die Justiz bedenken anmeldet:
Christian Pilnacek, Leiter der Abteilung für Strafrecht im Justizministerium, bestätigt dies. „Alles, was in einem solchen Fall über 50 bis 100 DNA-Tests hinausgeht, ist auch laut der seit 2008 neuen heimischen Rechtslage unzulässig.“
Vielleicht erfahren das morgen auch die KRONE- oder ÖSTERREICH-LeserInnen.
Nachtrag: Immerhin, das Gift hat bereits im zweiten Anlauf gestimmt.

Ausriss: ÖSTERREICH
Es hätte ja auch sein können.
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