ÖSTERREICH und die Oscars (II)
Nach der völlig fabrizierten Oscarberichterstattung von Montag, versuchten es die fleißigen SocietyreporterInnen von ÖSTERREICH tags darauf nochmals. Eine mehrseitige Beilage gab es sogar, vom Titelblatt lachte Oscargewinnerin Kate Winslet, wohl nicht zuletzt aufgrund der attestierten amourösen Gefühle für ihre Person. Doch wen lieben – laut ÖSTERREICH – noch alle?

Ausriss: ÖSTERREICH
Komisch, oder? Alle lieben den Inder? Welchen Inder denn nun? Klar, der Abräumerfilm des Abends war eindeutig Slumdog Millionaire, der Film über Kinder aus indischen Slums. Doch der einzige Inder, der tatsächlich einen Oscar erhielt, war der Komponist der Filmmusik, A.R. Rahman. Schon wichtig, aber über den wurde im Blattinneren kein Wort verloren. Der kann also kaum der Geliebte sein.
Ist vielleicht DER Inder gemeint, der Schauspieler der mit indischem Akzent für Telering wirbt? Denkbar wäre es ja, dass der einzige Bezug den die RedakteurInnen zu Indien haben, eine Kunstfigur der Werbeindustrie ist. Schließlich war ja auch vor einigen Monaten im Zusammenhang mit der Affäre um einen ehemaligen kasachischen Botschafter in ÖSTERREICH einige Male die Rede von “Borats Botschafter”.
Und wenn schon die wöchentliche Gesundheitsseite nicht mehr als eine Erweiterung des Anzeigenteils mit pseudo-redaktionellem Inhalt darstellt, wieso dann nicht auch mal die Societyseiten?
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