Drei Gründe, warum der Presserat, noch vor seiner Konstituierung eine Farce ist

Der Presserat ist also wieder zurück in Österreich. 2002 aufgelöst, einigten sich nun der Verband Österreichischer Zeitschriften (VÖZ), die Journalistengewerkschaft und der Verein der Chefredakteure auf eine Neuauflage für das Jahr 2010. Ein Presserat als Instrument freiwilliger Selbstkontrolle war längst überfällig – nicht erst seit der Boulevard-Berichterstattung über Natascha Kampusch und den Kriminalfall von Amstetten. Dass die Boulevardmedien die Branche fest im Griff haben, zeigen die Fülle und die Auflagenstärke der Blätter, angefangen bei der kostenlosen U-Bahnzeitung HEUTE, der Fellnerschen BILD-Variante ÖSTERREICH bis hin zur auflagenstärksten Tageszeitung Österreichs, der KRONE.

Doch während sich die Branche feiert, stellt sich die Frage, ob der Kompromiss “Presserat neu” – mit vollem Namen “Verein der Selbstkontrolle der österreichischen Presse”  tatsächlich ein Grund zur Freude ist. Oder nur ein weiterer Beleg dafür, dass Kompromisse hierzulande nicht selten in einer Farce enden. Hier also drei Gründe, warum die Medienschelte nicht überflüssig wird und der “Presserat neu” schon jetzt eine Farce ist.

Punkt eins: Wer sich beim Presserat beschwert, muss darauf verzichten, in derselben Causa ordentliche Gerichte anzurufen.

Punkt zwei: Entscheidet der Presserat, dass die Berichterstattung einer Zeitung den Ehrenkodex der österreichischen Presse verletzt hat, muss die Zeitung den Spruch des Presserates veröffentlichen, wenn die Zeitung dem Verband Österreichischer Zeitschriften (VÖZ), dem Verband Österreichischer Zeitschriften- und Fachmedien (ÖZV) oder dem Verband der Regionalmedien Österreichs (VRM) angehört. Damit fällt speziell ÖSTERREICH aus dem System, das nicht Mitglied des VÖZ ist.

Punkt drei: Es geht nur um Print-Medien.

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Wiederbelebung des Presserats

Der österreichische Presserat soll im Herbst wiederbelebt werden. Unsere KollegInnen der schweizerischen Medienlese haben sich dazu ihre Gedanken gemacht:

Stellt sich nur die entscheidende Frage, ob einschlägige Medien sich den Kopf an den Sprüchen des Presserats zerbrechen werden. Vor allem, wo dieser kaum Sanktionsmöglichkeiten haben wird. Die 20.000 Euro Höchststrafe für die Verletzung von Persönlichkeitsrechten zahlt man aus der Portokasse. Denn gerade die angeprangerten Skandale bringen Auflage, Klicks und höhere Werbeeinnahmen.

Den Rest des sehr lesenswerten Beitrags gibt’s hier.

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