Außenschelte: Herr Jeannée und seine Neger

Trotz Verspätung wollen wir noch auf den Videocast von Robert Misik hinweisen, indem er sich mit dem Krone-Kolumnisten Michael Jeannée befasst. “Es muss ja einen Grund haben, warum jemand so wird”, meint Misik und listet, nicht unironisch, einige mögliche Faktoren für das Jeannée´sche Gewordensein auf. Als betont linker Autor treibt ihn die Frage um, wie man so wird, wie Jeannée.

Dabei haben wir doch grade die Phase der Re-Naturalisierung, die Biologie und die Neurowissenschaften erklären uns, warum wir so sind, wie wir sind, und nicht durch welche Umstände wir geworden sind, wie wir sind. Als Ergänzung schlagen wir daher noch Erklärungsansätze vor, die zumindest Gehirn und/oder Gene mit einbeziehen. Als Inspiration: Hans Markowitsch, Tatort Gehirn. Das würde dem Herrn Jeannée vielleicht auch gefallen.

Außenschelte: Kontrastreiches Programm

Angeblich wurde ja Markus Rogan in einer Disco in Rom verprügelt. Im Sommerloch jedenfalls eine Meldung, die es auf die Titelblätter von KRONE und ÖSTERREICH schaffte. Wie auf derStandard.at seit gestern nachzulesen und -sehen ist, scheinen die GrafikerInnen bei ÖSTERREICH im Gegensatz zur KRONE allerdings eine gewisse Zuneigung zum Kontrastwerkzeug zu hegen.

Mit Dank an Helge F. für den Hinweis.

Außenschelte: Von (Beinahe-)Killerblitzen

Dienstagabend schlug ein Blitz in ein Fußballfeld im steirischen Leoben ein. Dabei wurden 25 Personen verletzt. Michael Nöhrig hat die gestrige Berichterstattung ÖSTERREICHs zu diesem Ereignis auf seinem Blog dokumentiert. Wir wollen nicht zu viel verraten, möchten uns aber seiner abschließenden Bemerkung gern anschließen:

Karl Valentin fand es seinerzeit “erstaunlich, dass jeden Tag genau so viel passiert wie in eine Zeitung hineinpasst“. Genauso erstaunlich aber auch, was heutzutags alles nicht passiert aber trotzdem in eine Zeitung wie ÖSTERREICH hineinpasst.

Außenschelte: Umfragen im Boulevard

Dass der Sommer angefangen hat erkennen wir nicht zuletzt an der von Hans Dichand ausgelösten Bundespräsidentendebatte. Dass die KRONE nun gehorsam diese Sommerlochgeschichte weiter trägt, versteht sich von selbst.

Vor zwei Tagen hat nun Max dazu einen interessanten Beitrag über die etwas eigenwillige Interpretation von Umfragenzahlen zum fiktiven Präsidentenduell veröffentlicht.

Dass eindeutige Zahlen nicht immer eindeutig interpretiert werden müssen, ist uns aber eh schon seit der Lehrerdebatte klar.

Außenschelte: Wenn die KRONE über Abschiebungen empört ist

Auf “Wut im Bauch” findet sich heute ein interessanter Beitrag zur KRONE und der überraschend lautstarken Empörung über eine Abschiebung:

Oft liest mensch in der Krone von zu lascher Asylpolitik, von Kriminalitätstourismus und dem Ruf des Volkes nach Mehr für ÖsterreicherInnen und Weniger für “Fremde”.

Doch die Krone kann auch anders.

Der Aufenthalt […] war also nur von kurzer Dauer: Bereits Mittwoch früh saßen [sie] wieder in einer Hercules-Maschine und flogen heim nach Afrika. Bei der “Krone” […] liefen die Telefone heiß: “Die Leute sind […] erbost über den Rückflug. Das ist das Todesurteil […], so “Krone” […] Lady Maggie Entenfellner.
[Kronenzeitung]

Da kann mensch wieder sehen, so ganz böse kann dieses Blatt doch gar nicht sein.

Leider ist das dann doch zu schön um wahr zu sein. Klicken Sie hier um herauszufinden was es mit der Kehrtwende der KRONE wirklich auf sich hat.

Wer den Spott hat…

…sorgt selber für den Hohn. Im Falle ÖSTERREICHs zumindest. Nachdem ja ÖSTERREICH im Juli letzten Jahres groß enthüllt hatte, dass Karadzics nicht als serbischer Wunderheiler in Wien gehaust hatte, enthüllte “Datum” in seiner Septemberausgabe die Details zu dieser Enthüllung. Der Bericht liest sich wie ein schlechter Agententhriller, statt der Agenten agieren jedoch ein Informant der sich um sein Geld geprellt sieht, eine deutsche Boulevardzeitung und ein Verleger der die Schuld auf die eben genannten schiebt.

Und was macht ÖSTERREICH heute? Es verklagt den Informanten, er habe den Stillhaltevertrag gebrochen.

Statistik und andere Zufälligkeiten

Interessant, was dabei rauskommt, wenn man die Krone-LeserbriefschreiberInnen statistisch untersucht:

Michaela Mojzis, ÖVP-Bundesgeschäftsführerin, veröffentlichte auf ihrem Blog die Statistik von Ernst Kohl, der zwei Jahre lang die Krone-LeserbriefschreiberInnen in einer  Tabellenkalkulation sammelte. Das Ergebnis: von 18 LeserbriefschreiberInnen wurden in den zwei Jahren 1882 Leserbriefe abgedruckt.

Zufall? Wohl kaum, wenngleich wir die Zahlen natürlich nicht verifizieren können. Aber immerhin findet das elektronische Zeitungsarchiv der APA Herrn Weinpolter (Spitzenreiter der Statistik) in dem Zeitraum 608 Mal.

Anlass zur KRONE-Kritik fanden auch die Blogger von 13ener Bashing, die sich einen der Leserbriefschreiber, “Johannes Abl”, etwas genauer anschauen.

[Mit Dank an Helge für den Hinweis]