Kurz angemerkt

alkohol mit schatten
Ausriss: Kronenzeitung

Wer zu jung ist, bekommt in den Supermärkten bald keinen Alkohol mehr!

Auch auf die Gefahr hin, dass jetzt einige Menschen irritiert sein sollten. Alterskontrollen im Supermärkten sind nicht wirklich neu. Da der Jugendschutz Ländersache ist, gibt es keine einheitliche Regelung und die verschiedenen Altersgrenzen für unterschiedliche Alkoholika machen die Sache nicht gerade unkompliziert. Trotzdem: Nicht erst ab Juni bekommen Jugendliche keinen Alkohol mehr! Neu ab Juni ist hingegen das neue Kassenwarnsystem der Rewe Group. Doch auch hier liegt der Verkauf, wie bisher, im Ermessen der VerkäuferInnen.

Die Aufmachung scheint also ein wenig übertrieben, aber zur kurzen Verwirrung der LeserInnen sollte sie reichen.

Auf der Jagd nach dem Komarekord

Manchmal ist eine Story einfach zu gut um sie nicht zu verwenden. Da wird schon mal die bei einer Tageszeitung eigentlich übliche Aktualität geopfert. Darum also heute diese Schlagzeile auf dem Titelblatt von “Österreich”:

Komatrinken
Ausriss: “Österreich”

Dass dieser Vorfall in einem Zusammenhang mit den im Moment heiß diskutierten Treffen Jugendlicher zum gemeinsamen Komasaufen steht, sei hier mal dahingestellt.

Dass der ganze Vorfall allerdings schon vor knapp zwei Wochen stattfand und interessanterweise andere Medien das auch so vermelden, das ist allerdings unbestreitbar.

Während also selbst die Online Ausgabe von “Österreich” in der Lage war, den gleichen Artikel mit dem Hinweis “Wie erst jetzt bekannt wurde” zu versehen, wollte die Redaktion der Printausgabe wohl eine so tolle Schlagzeile nicht mit so Kinkerlitzchen abschwächen.

Futterneid auf Österreichisch Teil II

Im gestrigen “Österreich” war die Meldung einer so genannten “Fettsteuer” ja auf breite Ablehnung gestoßen. Unter anderem wurde auch eine Studie vom Jänner 2006 als bahnbrechende “neue Studie” verkauft, deren Grundaussage angeblich war, dass dicke Menschen glücklicher seien.

In der heutigen “Life&Style”-Beilage von Österreich findet sich nun ein Beitrag, in dem mehr oder weniger prominente Personen über ihr Übergewicht und darüber, wie sehr ihr Glücklichsein von eben diesem abhängt, sprechen. Interessanterweise hat sich auch in den Aufmacher dieses Berichts die angeblich “neue” schwedische Studie geschlichen:

Aufmacher Promis
Ausriss: “Österreich”

Aber damit noch nicht genug. “Österreich”, offensichtlich um Meinungspluralität bemüht, druckt auch ein Interview mit dem Internisten Fritz Hoppichler ab, in dem der Experte gar nicht schüchtern die Aufklärungsarbeit der gestrigen “Österreich”-Ausgabe zunichte macht:

Auf die Frage, was nun an der Behauptung dran wäre, dass übergewichtige Menschen glücklicher seien als Schlanke, antwortet Hoppichler:

Die Studie hat nur einen Teilaspekt untersucht und kommuniziert eine falsche Botschaft. Stark übergewichtige Menschen leiden unter vielen Krankheiten. Spätestens wenn man zuckerkrank ist, oder Bluthochdruck hat, ist man nicht mehr glücklich.

Tatsächlich ist es aber so, dass nicht die Studie, sondern nur gewisse Medien diese falsche Botschaft kommunizieren. Um nochmals die Meldung aus dem Nachrichtenmagazin “Focus” vom Jänner 2006 zu zitieren:

Dass dicke Männer tatsächlich glücklicher sind – so weit will der Forscher allerdings nicht gehen. „Auch wenn es einen gewissen positiven Effekt auf die Psyche zu geben scheint, wäre es übertrieben, zu sagen: Dicksein macht glücklich“, sagt er. Wegen der erheblichen medizinischen Nachteile, die Übergewicht mit sich bringt, wäre es irrsinnig, Übergewicht als gesellschaftliches Mittel zur Suizidbekämpfung zu propagieren, so der Forscher.

Was für Autoliebhaber

In der heutigen Ausgabe der “Kronenzeitung” steht auf Seite 12 folgende Meldung:
Racheakt
Ausriss: “Kronenzeitung”

Um das noch mal kurz zusammenzufassen: eine Frau wird von ihrem Ehemann fälschlicherweise der Untreue bezichtigt, aus Wut schlägt er ihr mit der Faust ins Gesicht. Daraufhin fährt sie mit ihrem Auto gegen das Auto des Ehemanns.

Da erscheint die Überschrift “Racheakt: PKW des Ehemanns demoliert” ja eigentlich nur logisch. Eine Alternative wie “Grazer prügelt Ehefrau” wäre zwar auch möglich, angesichts der eigentlichen Tragödie des demolierten Wagens aber einfach nur viel zu verkürzt dargestellt gewesen.

Elsner, der Meister-Trickser

Seit einiger Zeit nun richtet sich die Aufmerksamkeit der „Österreich“-Redaktion beim Thema Helmut Elsner auf seine Spitalsaufenthalte, bzw. auf seine fehlenden Zellenaufenthalte. Gestern wurde er schließlich aus dem AKH entlassen.

Elsner 2

Ausriss: “Österreich”

„Der Meister-Trickser. Elsner ist seit drei Monaten wieder in Österreich und hat seither die österreichische Justiz perfekt ausgetrickst. Seit seiner Ankunft in Wien am 13. Februar war er bereits in drei Spitälern und einer Kuranstalt – jeweils in First-Class-Einzelzimmern – aber insgesamt nur fünf (!) Tage tatsächlich in seiner Zelle.“

Und Elsner entpuppt sich als echter „Meister-Trickser“, der es schafft statt seine Zeit in einer öden Zelle zu verbringen, sich seine U-Haft mit „First Class“ Aufenthalten im AKH zu versüßen. Das hat Elsner aber auch zu geschickt eingefädelt: Erst eine mehrfache Bypass-Op, dann Rehab, jetzt eine Fisteloperation, und dann noch eine Lungenbehandlung, weil Wasser in der Lunge festgestellt wurde. Tja, und wer weiß, was sich Elsner noch so alles einfallen lässt.

Seltsam nur, dass auf der gleichen Seite im Interview mit Anstaltsleiter Josef Gramm zu lesen ist:

„All das wird aber von Ärzten entschieden und ich kann nicht beurteilen, ob das notwendig ist.“

Eine Beurteilung kann sich Major Josef Gramm sowieso sparen, denn die wird von der „Österreich“-Redaktion übernommen.

Und zu allem Überfluss, wie ein Standard-Kommentar heute ironisch bemerkt, wird auch noch von Strafvollzug im Zusammenhang mit Elsner gesprochen. Dabei gilt die Reihenfolge auch für Elsner: Erst Prozess, dann Urteil, dann Strafvollzug.

Futterneid auf Österreichisch

Die deutsche Bundesregierung hat am 10. Mai ein Aktionsprogramm zur Reduktion von Fettleibigkeit vorgestellt. Dieses Aktionsprogramm sieht Punkte wie Aufklärungsarbeit oder Impulse für die Forschung vor. Zusätzlich zu diesem Aktionsprogramm machen derzeit die Äußerungen einiger PolitikerInnen die Runde, deren Grundaussage darin besteht, den in Deutschland bestehenden Mehrwertsteuersatz für Nahrungsmittel (7%) bei bestimmten Süßigkeiten oder fettreichen Nahrungsmitteln auf den üblichen Satz von 19% anzuheben. “Österreich” scheint äußerst empört über solch einen Eingriff in die Privatsphäre und versucht gleich auf mehreren Ebenen dagegen anzulaufen. In einer Kolumne der heutigen Ausgabe schreibt ein Anonymus unter anderem:

Ungemütlich magere Zeiten versprechen nun allein die Überlegungen (grad aus deutschen Landen!), Menschen nach ihren körperlichen Abmessungen zu besteuern.

kolumne
Ausriss: “Österreich”

Interessant ist nun, dass ja eigentlich von keiner Besteuerung Fettleibiger, sondern lediglich von einer Angleichung der Mehrwertsteuer auf fetthaltige Nahrungsmittel gesprochen wurde. Aber das ist wahrscheinlich in der Hitze der Debatte ein zu vernachlässigendes Detail.

Allerdings fährt “Österreich” auch noch ein weiteres Geschütz im Kampf gegen die SpaßverderberInnen aus Deutschland auf, und zwar eine Studie, die angeblich “jetzt” belegt, dass dickleibige Menschen weniger häufig an Depressionen leiden:

studier
Ausriss: “Österreich”

Und hier ist nun interessant, dass die gleiche Studie vor zwei Tagen schon von der deutschen “Bild”-Zeitung bemüht wurde, auch dort unter der Angabe sie sei brandaktuell. Zu dumm nur, dass bei Bildblog nun nachzulesen ist, dass jene Studie schon im Jänner 2006 veröffentlicht wurde, also KonsumentInnen zum Beispiel des Nachrichtenmagazins “Focus” gar nicht sonderlich “überrascht”.

Und ähnlich wie “Bild” vergisst “Österreich” darauf hinzuweisen, dass nach besagter Studie dicke Männer zwar weniger gefährdet sind Suizid zu begehen, dicke Frauen hingegen mehr als normalgewichtige Frauen.

Nach dem Contest ist vor dem Contest

Eric Papilaya, unglücklicher Kandidat Österreichs beim diesjährigen Song Contest, musste ja leider noch vor dem eigentlichen Finale am Samstag den Rückflug nach Österreich antreten. Allerdings kein Grund für “Österreich” ihn nicht gebührend zu empfangen. Wie die Meldung in der gestrigen Ausgabe aber zeigt, scheint das Ausbleiben der wahrscheinlich schon eingeplanten Fangemeinde des Barden die Redakteure zu einem Kunstgriff gezwungen zu haben:

papilaya
Ausriss: “Österreich”

Versunken im Eigenlob

„Österreich“ hat eine eigene Eigenlob-Rubrik. Sie nennt sich „Aus der Redaktion“ und ist genau unter der Rubrik „Das sagt Österreich“ platziert, die wiederum häufig von Wolfgang Fellner selbst geschrieben wird.

Eigenlob

Ausriss: „Österreich“

Und während also „Österreich“ im Eigenlob versinkt legt die Redaktion offenbar keinen Wert darauf zu schreiben, wie diese großartigen Leistungen zustande kamen, was vielleicht zu erwarten wäre: „Weil wir die besten RedakteurInnen haben!“
Aber nein, „Österreich“ hat guten Grund darüber zu schweigen, wir erinnern uns: Um nur wenige Beispiele zu geben.